Donnerstag, 17. Mai 2012

DIE EWIGE MISS MARPLE - Das bizzarre Leben der Margaret Rutherford (Radio-Faeture)


Am 11. Mai 2012 wäre die Schauspielerin Margaret Rutherford 120 Jahre alt geworden und am 22. Mai jährt sich ihr Todestag zum 40. Mal.

Anlass genug für ein Radio-Feature, das am Samstag (19.05.12) um 18:05 Uhr (Ursendung) im Dradio und am Sonntag (20.05.12) um 14:05 Uhr im SWR2 mit dem Titel "Die ewige Miss Marple - Das bizarre Leben der Margaret Rutherford" von Hannelore Hippe zu hören sein.

Margaret Rutherford ist als die einzig wahre Verkörperung von Agatha Christies schrulliger Detektivin bekannt und als diese wird die englische Schauspielerin auch 40 Jahre nach ihrem Tod am 22. Mai 1972 noch kultartig verehrt. 

Für die Fans bleibt sie die ewige Miss Marple. Doch die Oskar-Preisträgerin versuchte ihr Leben lang, den Krimi ihres Lebens vor der Öffentlichkeit zu verbergen: Ihr eigener Vater durchschnitt ihrem Großvater in einer Pension die Kehle. Rutherford blieb zeitlebens eine Getriebene: nirgendwo zu Hause, außer auf der Bühne, die ihr Leben bedeutete.

Regie: die Autorin
Mit: Barbara Schnitzler, Thomas Schendel, Friedhelm Ptok, Ingeborg Medschinski, Frauke Poolman, Luise Lunow
Ton: Andreas Narr
Produktion: DKultur/NDR/SWR 2012
Länge: 53.40 Minuten
(Ursendung)

Hannelore Hippe arbeitet seit 25 Jahren als Feature- und Hörspielautorin. Sie veröffentlichte zahlreiche Kriminalromane. Ihr neuester Roman wird zurzeit mit Liv Ullmann verfilmt. Die Autorin lebte lange in England, Irland und Norwegen. Lebt heute an der Mosel. (Quelle: Dradio)

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(Quelle Foto Agatha Christie Grabstätte: Wikimedia / Urheber: Violetriga unter  Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported)

DAS LETZTE GELEIT - Ein sympathischer Bestatter als Ermittler

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Eine Leiche ist für Theo Matthies nichts Besonderes – immerhin ist er Bestatter. Doch der Tod der alten Anna, die erfroren am Elbstrand lag, weckt sein Misstrauen. Als die Polizei den Fall abschließt, ermittelt der studierte Mediziner selbst. Dabei stößt er auf ein schreckliches Verbrechen, das im Zweiten Weltkrieg geschah – und auf einen Mörder, der offiziell seit Jahrzehnten tot ist. (Verlagsinfo)

Der Erstling von Christiane Fux hebt sich schon allein deshalb aus der Masse der Neuerscheinungen ab, weil ihr Protagonist Theo kein Kommissar, sondern ein Bestatter ist. Und nein, er ist kein Sonderling, sondern ein ausgesprochen sympathischer Zeitgenosse, der den Leser im Laufe des Buches auch mit den Besonderheiten und Riten seiner Profession vertraut macht.

Die Krimihandlung spielt sich auf zwei Zeitebenen ab, nämlich am Ende des Zweiten Weltkrieges und Ende 2008/Anfang 2009. Im Buch wird das durch unterschiedliche Schrifttypen kenntlich gemacht, was es dem Leser erleichtert, die Ereignisse den entsprechenden Zeiträumen zuzuordnen.

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

Im Laufe der Geschichte kristallisiert es sich heraus, dass das zugrunde liegende Thema Psychiatrie und Euthanasie im Dritten Reich ist. 

Und diese beiden höchst sensiblen Themen hat die Autorin mit sehr viel Fein- und jeder Menge Fingerspitzengefühl behandelt und in eine spannende Krimihandlung verpackt. So verzeiht man ihr auch die eine oder andere kleine Länge zwischendurch.

Anm. KK: In Anbetracht der vielen toten Vögel auf Krimi-Covern in letzter Zeit, ist die tote Motte an gleicher Stelle auf diesem Cover geradezu amüsant.

DAS LETZTE GELEIT ist als Taschenbuch (304 Seiten) bei PIPER für 9,99 Euro erschienen.

TOP SECRET - Spionage-Ausstellung in Oberhausen

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo Spionage unser Leben berührt? Welche Spuren hinterlassen wir beim Einkauf mit der Kreditkarte oder wenn wir mit dem Handy telefonieren? 

Ist Ihnen bekannt, dass die CIA wirtschaftliche Beteiligungen an Facebook unterhält oder das die jährliche Schadenssumme von Wirtschaftsspionage in Europa auf 280 Mrd. Euro geschätzt wird? 

Tagtäglich berichten die Medien über neue Datenskandale und Ereignisse der Weltpolitik in denen auch immer ein Stück Spionage mitschwingt. Aber wie fing alles an?

Die Ausstellung „TOP SECRET“ gibt einen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Spionage. In einer spannend inszenierten Kulisse  auf über 2.000 qm erfährt man alles Wissenswerte rund um diese sagenumwobene Schattenwelt. 

Von den technologischen Errungenschaften der Geheimdienste über Legenden von Meisterspionen und deren Organisationen bis hin zu aktueller Datenspionage. Mit einer Sammlung von Spionagegegenständen aus vielen Jahrhunderten, Geschichten von Spionen, von Erfolg und Scheitern. Bei „TOP SECRET“ können man Spionage hautnah und interaktiv erleben. Aber seien Sie wachsam: Spionage schläft nie – auch hier nicht.

Interaktiv, spannend und lehrreich präsentiert sich die neue Erlebnisausstellung für die ganze Familie, in der Neuen Mitte Oberhausen, direkt am CentrO. „TOP SECRET“ hat 365 Tage im Jahr, täglich ab 10 Uhr geöffnet. (Quelle Foto + Text-Info TOP SECRET).

Es gibt besondere Arrangements für Kindergeburtstage und Schulklassen.
Tageskarte 
Erwachsene € 12,00
Kinder (von 4 bis 14 Jahre)* € 8,00
Ermäßigte** € 11,00
Behinderte und Begleitpersonen € 8,00
Familienkarte (2 Erwachsene + 2 Kinder) € 32,00

*4-14 Jahre. Minderjährige im Alter von 4 bis 14 Jahren haben ausschließlich in Begleitung eines mindestens 18-jährigen Erwachsenen Zutritt zur Ausstellung. Kinder ab dem vollendeten 14. Lebensjahr dürfen alleine in die Ausstellung, dürfen aber nicht die Aufsicht über einen Minderjährigen haben.
 Kinder bis zu 4 Jahren haben freien Eintritt.

** Rentner, Studenten nach Vorlage eines Ausweises

›› Tageskarten können Sie auch hier online bestellen!

Mittwoch, 16. Mai 2012

SCHWEIGENDE SÜNDE - Düstere Geschichte mit Längen


Krimi-Rezension von Katja Volland

Bei einem Klassentreffen wird der Lehrer Eric Janson auf der Schultoilette erschlagen. Nach Befragung der zahlreichen Teilnehmer des Treffens, Ex-Schüler wie Lehrer, können sich Kommissar Vegter und seine Kollegen allmählich ein Bild von dem Toten machen: Er war zwar fachlich kompetent, jedoch anmaßend und eitel, stellte Schüler und Kollegen gern bloß. Grund genug, ihn umzubringen? 

Auch Eva Stotijn war bei dem Klassentreffen. Ihr hatte Janson als Schülerin Schreckliches angetan. Als ihr einstiger Mitschüler David, dem Eva auf dem Klassentreffen wiederbegegnet ist, davon Wind bekommt, setzt er sie immer mehr unter Druck und behauptet, er habe gesehen, wie sie Janson erschlug. (Verlags-Info)

Der Kriminalroman „Schweigende Sünde“ von Lieneke Dijkzeul ist der erste Krimi einer niederländischen Autorin, der den Weg in mein Bücherregal gefunden hat und -ohne zu viel vorweg zu nehmen- er hat mich nicht überzeugen können,  in Zukunft nach Krimis dieses Landes in der Buchhandlung zu suchen.

Der eigenwillige Kommissar Paul Vegter scheint durch einen Schicksalsschlag – der immer nur angedeutet wird – leicht depressive Züge zu haben, die durch die Bearbeitung des Mordes am Lehrer Janson scheinbar verstärkt werden.

Eine weitere Hauptfigur – die ehemalige Schülerin Eva – umgibt ebenfalls eine dunkle Aura, auch sie scheint Schlimmes erlebt zu haben. Eine eingeschüchterte junge Frau, zu der die Unterwürfigkeit, die sie in der sich im Laufe des Romans entwickelnden Beziehung zeigt, zu passen scheint. Diese Beziehung entsteht zu David, ein smarter junger Mann, der zudem auch attraktiv ist. Jedenfalls optisch, denn auch betreffend diese Figur wird der Leser schnell mit der unangenehmen Seite konfrontiert und man ahnt früh, dass er irgendwie „Dreck am Stecken“ hat…

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)

Sämtliche weiteren Charaktere zeigen  „seltsame“ Züge, die mitunter als menschlich zu bezeichnen sind. Dies gilt auch für die Hauptfiguren. Die Geschichte ist schlüssig und das Ende sogar irgendwie überraschend.

Allerdings herrscht von Anfang an eine Stimmung, die es dem Leser schwer macht, sich irgendeiner der Figuren anzunähren oder gar auf sie selbst und ihr Schicksal einzulassen. Durch diesen Umstand habe ich die Lektüre nicht wirklich genießen können. 

Die Atmosphäre war durch und durch dunkel, allerdings auf eine zähe, nahezu langweilige Art. Es gibt viele Geschichten, die von ihrer Düsterkeit leben, die gerade dadurch zu spannenden Geschichten werden, dass man mit dem wahren Leben, den allzu menschlichen Problemen und Ängsten konfrontiert wird. "Schweigende Sünde" gehört leider nicht dazu.

Ich kann nicht erklären, warum es mir bei dem Krimi von Lieneke Dijkzeul anders ging, ich habe auch an Geschichte und Schreibstil eigentlich gar nicht viel auszusetzen. Gefesselt hat es mich halt einfach nicht, daher nur 3 Sterne.

SCHWEIGENDE SÜNDE ist als Taschenbuch (336Seiten) bei dtv in einer Übersetzung von Christiane Burkhardt für 9,95 Euro erschienen.

LIMASSOL - Israelischer Geheimdienst ermittelt undercover in Zypern / Krimi-Hörspiel


Der Hörspiel-Krimi in der Nacht von Freitag auf Samstag (19.05.12) entführt im Dradio um 00:05 Uhr nach LIMASSOL. (Wurde zuletzt im Dezember 2011 gesendet)

Ein Ermittler des Shabak, des israelischen Inland-Geheimdienstes, ist spezialisiert auf die Verhinderung von Selbstmordattentaten.

Bei seinen Verhören von Verdächtigen wendet er auch Folter an. Als ein Mann dabei stirbt, wird er abgezogen und undercover eingesetzt: Er wird in die israelisch-palästinensische Literatenszene eingeschleust, um das Vertrauen eines alten palästinensischen Dichters zu gewinnen.

Dessen Sohn ist ein Drahtzieher des islamistischen Terrorismus. Mit Hilfe des todkranken Vaters soll er nach Limassol auf Zypern gelockt und dort eliminiert werden.

Ebenso zerrissen wie besessen verfolgt der Ermittler sein Ziel. Sein Auftrag wird zu einem persönlichen Verrat - an denen, die ihm vertrauen, und an sich selbst.

Yishai Sarid wurde 1965 in Tel Aviv geboren, wo er heute noch lebt. In der israelischen Armee war er als Nachrichtenoffizier tätig, anschließend studierte er Jura und ist heute Rechtsanwalt. Er veröffentlichte Artikel in verschiedenen Zeitungen. 2000 publizierte er seinen ersten Roman und 2010 seinen Politthriller „Limassol“.

Mit Axel Wandtke, Johanna-Julia Spitzer, Jürgen Thormann, Judith Engel, Max Volkert Martens u. a. 

Redaktion: Isabel Platthaus
aus dem Hebräischen

von Helene Seidler
Bearbeitung und Regie:
Christoph Kalkowski
Produktion: WDR 2011/ca. 54’

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Quelle Foto Limassol: Wikimedia / unter public domain by its author, Tsiapinis at the wikipedia project. This applies worldwide.

Dienstag, 15. Mai 2012

EIN KLARER FALL - Der neue ARD Radio Tatort


Der neue ARD Radio Tatort kommt aus Bremen und ist scheinbar  EIN KLARER FALL. Im Radio zu hören vom 14.05. bis 22.05.12 |Hier alle Sendetermine. Download und online nachhören kann man vom 21.05.12 (23 Uhr) bis 18.06.12 (23 Uhr)  HIER.

Großer Fahndungserfolg für die Bremer Polizei: Mit Hilfe künstlicher DNA wird der Täter eines Tankstellenraubmords schnell überführt und inhaftiert. Zeit für Hauptkommissarin Evernich, ein paar Tage Urlaub zu nehmen und sich ihrem sterbenskranken Vater zu widmen. 

Doch kaum hat sie sich ausgeklinkt, wird der Inhaftierte tot in seiner Zelle gefunden. Selbstmord? Oder ein Mord unter Gefangenen? Evernichs Assistent Claas und Staatsanwalt Kurt Gröninger müssen in diesem Fall erstmals ohne die erfahrene Kommissarin auskommen. Dass sie einander nicht sonderlich mögen, ist dabei nicht einmal das größte Problem. 

Auch ihre Ermittlungsmethoden könnten unterschiedlicher nicht sein: Claas lässt sich undercover ins Gefängnis einschleusen und verfolgt eine heiße Spur unter den Insassen, während Gröninger bei seinen Nachforschungen immer größere Zweifel an der Schuld des toten Häftlings bekommt. 

Doch auch Evernich, die mit ansehen muss, wie der vermeintlich klare und öffentlichkeitswirksame Fall immer mehr ins Dickicht politischer und wirtschaftlicher Interessen gerät, erfährt am Sterbebett ihres Vaters ein dunkles Geheimnis …

Regie: Christiane Ohaus
Länge des Hörspiels: ca. 50'
Produktion: Radio Bremen 2012


DAS PAZIFISCHE KARTELL - Nichts für ungeübte Leser

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Die Königin der Stripperinnen ist tot. Detective Edgar Mendieta, der in seinen besseren Tagen keine bloß platonische Beziehung zu der Edelprostituierten unterhielt, ermittelt in einer vom Drogenkrieg zerstörten Stadt. 

Doch die früheren Verehrer der Toten – Drogenhändler, korrupte Polizisten, FBI-Agenten – bringen ihn nicht weiter. Bis eine weitere schicksalsträchtige Frau aus Mendietas früherem Leben auftaucht: Samantha Valdés, inzwischen Chefin des legendären Pazifischen Kartells. Nur sie kann ihm helfen. Aber kann er ihr vertrauen? (Verlagsinfo)

Waffen, Mord, Drogen, Kartelle, organisierte Kriminalität, Mexiko – hier drängt sich für mich natürlich der Vergleich mit „Tage der Toten“ von Don Winslow auf, und dessen Buch habe ich auch bei der gesamten Lektüre des Mendoza Thrillers nicht aus dem Kopf bekommen. Und ich muss gestehen, dass „Das pazifische Kartell“ in diesem Vergleich ganz klar den Kürzeren zieht.

Mendozas neuer Thriller ist nach „Silber“ das zweite Buch mit Detective Edgar Mendieta, wobei es zwar immer wieder Bezüge zu dem ersten Band gibt, aber dessen Lektüre nicht vorausgesetzt wird und meiner Meinung nach auch nicht unbedingt notwendig ist.

Persönliche Meinung: 3 *** (von 5 möglichen)

Die Geschichte an sich ist eigentlich spannend, aber der Autor macht es seinen Lesern nicht leicht, denn seine Art des Schreibens ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. 

Verschiedenen Erzählebenen und vor allem die Aneinanderreihung von Worten, Sätzen und Gedanken ohne klare Gliederung und Zuordnung, fordert höchste Konzentration und hat zumindest bei mir das eine oder andere Mal dazu geführt, dass ich komplett den Handlungsfaden verloren habe, weil ich krampfhaft bemüht war, herauszufinden wer was warum gerade gesagt oder getan hat.

Ich vermute, dass ungeübte Leser mit diesem Thriller ihre Probleme haben werden – ich habe es ab einem bestimmten Punkt nur noch als Herausforderung und nicht als Unterhaltung gesehen.

DAS PAZIFISCHE KARTELL ist als Taschenbuch (312 Seiten) im Suhrkamp Verlag in einer Übersetzung von Matthias Strobel für 8,99 Euro erschienen.

Montag, 14. Mai 2012

TABOR SÜDEN und der verschwundene Stammgast - Krimi-Hörspiel


Und auch an diesem Dienstag (19.05.12) gibt es auf SWR2 um 19:20 Uhr wieder einen Friedrich Ani-Krimi: TABOR SÜDEN und der verschwundene Stammgast. Nach der Sendung noch HIER online zu hören.

Ein Mann fährt regelmäßig im immer selben Taxi mit, zweimal die Woche, Stunde um Stunde. Er lässt sich durch die Stadt kutschieren und schweigt. An den seltsamsten Orten steigt er kurz aus. Eines Tages bleibt er weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Tabor Süden soll ihn finden. Er weiß, dass es nur gelingen kann, wenn er das System erkennt, das den scheinbar willkürlichen Taxifahrten zugrunde liegt.

Mit: Klaus Spürkel als Tabor Süden, Susanne Heydenreich als seine Chefin Edith Liebergesell und in allen anderen Rollen Claudia Jahn, Ernst Konarek und Martin Rentzsch

Ton und Technik: Daniel Senger und Sonja Röder

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(Quelle Foto Friedrich Ani: Wikimedia / published at Caprizzio Magazine #18, December 2008 Author Oscar Risueño unter   Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

SCHULD WÄHRT EWIG (Hörbuch) - Gut recherchierter & gekonnt erzählter Krimi

Autorin: Inge Löhnig
Verlag: TARGET Audiomedia
Auflage: Februar 2012
Sprecher: Pasqual Breuer
gekürzte Lesung
5 Audio CD mit 372 Min.
Preis: 19,99

Krimi-Rezension: Jörg Völker

Eine einzige Sekunde hat Susannes Leben für immer verändert: Ein Kind ist tot. Ein Alptraum, der niemals endet. 

Dann werden zwei Menschen ermordet. 

Auch in ihrem Leben gab es ein düsteres Geheimnis, eine Schuld, die für immer bleibt. Kommissar Dühnfort verfolgt einen grausamen Täter, der Gleiches mit Gleichem vergilt - und keine Gnade kennt. (Verlags-Info)

Inge Löhnig ist eine außerordentlich gute Erzählerin. Dies stellt sie auch in ihrem neuen Buch „Schuld währt ewig“ unter Beweis. 

Der 4. Fall für Kommissar Dühnfort und sein Team stellt die Ermittler vor schwierige Aufgaben, denn rätselhafte Todesfälle bieten ihnen zunächst keinerlei oder nur sehr wenige Anhaltspunkte für erfolgreiche Arbeit. Aber sie lassen sich nicht entmutigen und gehen manchmal zähneknirschend die Details noch einmal durch, wenn es nötig ist. 

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen)

Der Leser wird in den Sog der aufregenden Jagd nach dem (oder den) Täter(n) hineingezogen. 

Die Details der Handlung sind gut recherchiert, die Handlung selbst ist nachvollziehbar und die auftretenden Personen sind lebendig dargestellt, wobei das Dühnfort-Team eine glaubhafte Fortentwicklung zeigt. 

Pascal Breuer ist der kongeniale Sprecher für Inge Löhnigs Buch. Mt seiner nuancierten Stimme lässt er das spannenden Geschehen hautnah miterleben. 

Als Fan von Inge Löhnig kann ich auch die bisherigen Fälle von Kommissar Dühnfort sehr empfehlen. Ihre vorherige Kenntnis ist für das Verständnis dieses Falles aber nicht nötig.

IM FREIEN FALL - Krimi-Hörspiel


Am Donnerstag (17.05.12) um 23:00 Uhr befindet sich auf WDR 1LIVE ein Polizist "IM FREIEN FALL".

Als dieses junge verschüchterte Ding in seinem Büro auftaucht, hat Privatdetektiv Elvis Cole noch keinen blassen Schimmer, auf was er sich da einlässt: Jennifer Sheridan ist überzeugt davon, dass ihr herzensguter Polizistenfreund Mark in irgendwas Illegales verstrickt ist. 

Colesoll herausfinden, was das ist. Keine leichte Aufgabe, behauptet der nette Polizistenfreund doch, er habe nur eine Geliebte. Als Cole dennoch weiter recherchiert, versucht ihm plötzlich eine ganze Sondereinheit des LAPD klarzumachen, dass er seine Nase besser nicht in diese Angelegenheit stecken soll.

Für Elvis Cole natürlich ganz klar eine Aufforderung, erst recht weiterzumachen. Dabei bekommt der coole Detektiv Unterstützung von seinem Partner und Ex-Cop Joe Pike. Gemeinsam schlagen sich die zwei Kämpfer für Gerechtigkeit durch einen Dschungel korrupter Polizisten, gewaltgeiler Straßengangs und selbstherrlicher Crackdealer.

von Robert Crais
aus dem Amerikanischen von Uwe Anton
Bearbeitung: Silke Hildebrandt
Regie: Annette Kurth
Produktion: WDR 2012
Länge: ca. 55 Minuten
Redaktion: Natalie Szallies

Robert Crais, 1953 in Louisiana geboren, Autor von erfolgreichen Fernsehserien und Romanen. Seine Krimis um das Duo Elvis Cole/Joe Pike wurden für alle wichtigen Literaturpreise nominiert. 2005 wurde sein Krimi "Hostage-Entführt" mit Bruce Willis in der Hauptrolle verfilmt.

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(Quelle Foto: Wikimedia cocaine drug packs confiscated by the US Federal Agency DEA. Public Domain work of a US Federal Agency. http://www.dea.gov/photos/cocaine/cocaine_bricks_scorpion_logo.jpg)

INSPECTOR LEWIS & sein ungewöhnlicher Assistent entführen in die Kulturszene Oxfords



Die TV-Episoden mit "Inspector Lewis" sind nichts für hartgesottene Thriller-Fans, die von einer Actionszene zur nächsten gieren, sich an Blut und Totschlag nicht satt sehen können oder unter die Haut gehenden Nevenkitzel suchen.

Der Charme des Pollzei-Teams um Detective Inspector Robert (genannt Robbie) Lewis (Kevin Whately) & Detective Sergeant James Hathaway (Laurence Fox) liegt in der Kombination aus britischem Kleinstadtflair, künstlerisch literarischen Anspielungen und der Gegensätzlichkeit der beiden Hauptprotagonisten.

Ganz im Gegensatz zu seinem Serien-Kollegen Barnaby ist hier der kauzig-einsame Inspector der Kulturbanause, der sich amüsanterweise von seinem Assistenten, dem studierten Fast-Theologen Hathaway, des öfteren über Kunst und Gepflogenheiten in Kreisen der versnobten Lord- und Ladyschaften bzw. Studentenszene belehren lassen muss und dem -genau wie dem Zuschauer- erst im Verlauf der Staffel die wichtige Bedeutung von Hausmeistern in englischen Studentenheimen klar wird.

Auch in Staffel 4, deren letzte Episode am Sonntag (13.05.12) im ZDF gezeigt wurde, darf der Zuschauer wieder Anspielungen auf literarische Vorlagen genießen. 

Besonders gut gelungen ist dies in der letzten und sehr spannenden Folge der Staffel "Die Geister, die ich rief", in der die ausgesprochen sympathische Gerichtsmedizinerin (und Beinahe-Freundin von Lewis) Dr. Laura Hobson ein wenig mehr über sich und ihre durchaus wilde Vergangenheit verraten darf. 

Nicht nur der Titel ist eine literarische Anlehnung, die komplette Episode ist gespickt mit Zitaten und Doppeldeutigkeiten. So  beginnt ein Telefonat der Gerichtsmedizinerin  Dr. Laura Hobson (Clare Holman) mit "Wann treffen wir drei wieder zusammen" (Macbeth) und ein Verdächtiger wird Dr. Belisarius (sowohl eine Gattung der Skorpione als auch ein römischer Feldherr) genannt.

Es sind solche "Spielereien", neben dem ungewöhnlichen Charakter des ernsthaften, intellektuellen Hathaways, der als "Quoten-Akademiker" nicht selten die Häme neidischer Kollegen ertragen muss, die "Inspector Lewis" von anderen englischen Krimi-Serien abhebt. Allerdings -und das sei nicht verschwiegen- macht die Vielzahl von handelnden Personen und Verdächtigen es dem Zuschauer nicht immer einfach, dem Geschehen zu folgen und nicht alle Folgen sind gleich spannend.

Viele liebevolle Details und Anspielungen offenbaren sich erst beim wiederholten Ansehen, was die soeben erschienene neue DVD-Sammlung der 4. Staffel ermöglicht. Sehr amüsanter Nebeneffekt, man kann (wenn man möchte) die Sendung im englischen Original sehen und die überraschenden Stimmen der Hauptdarsteller genießen.

Die 4. Staffel INSPECTOR LEWIS ist  für 29,95 Euro erhältlich.

  • Darsteller: Kevin Whately, Laurence Fox, Clare Holman
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 4
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Edel Germany GmbH
  • Erscheinungstermin: 11. Mai 2012
  • Produktionsjahr: 2010
  • Spieldauer: 360 Minuten

Sonntag, 13. Mai 2012

TODESMUT - Actionreiche Handlung um ein Reality-Game

Krimi-Rezension von Petra Querfurth

Die Tochter eines schwerreichen Hedgefondmanagers, Autumn Reiniger, hat alles was das Herz gegehrt. So wird auch ihr Wunsch, einmal an einem Reality-Game teilzunehmen prompt von ihrem Vater erfüllt. Doch die gebuchte Geburtstagsüberraschung gerät aus den Fugen.

Zusammen mit sechs Freunden wird sie entführt und in die kalifornische Wildnis verschleppt. Erst als es einen Toten gibt, schwant der Geburtstagsgesellschaft, dass aus Spiel bitterer Ernst geworden ist. Fern ab jeglicher Zivilisation beginnt nun der Kampf ums Überleben.

Psychiaterin Jo Beckett und ihr Freund Gabe sind zur selben Zeit einem anderen Fall auf der Spur und treffen nur durch Zufall auf die illustre Gesellschaft. Jo und Gabe sehen sich nicht nur skrupellosen Verbrechern, sondern auch den unbarmherzigen wilden Naturgewalten des kalifornischen Hinterlandes ausgesetzt.

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

In ihrem 4. Thriller um die Psychiaterin Jo Beckett nimmt Meg Gardiner das Thema Reality-Games auf. Sinn solcher Veranstaltungen - die Teilnehmer sollen mit ihren Ängsten konfrontiert werden und diese besiegen.

Ihren Thriller, eingebettet in verschiedene Handlungsabläufe, erzählt Gardiner in einer temporeichen und mit vielen Wendungen ausgestatteten Geschichte. Immer wieder kommen neue spannende Fakten hinzu und verbinden die verschiedenen Handlungsstränge zu einer komplexen Story.

Die wirkliche Verzweiflung und die Ängste der Protagonisten bleiben ein wenig blass, was aber der Spannung und der ansonsten actionreichen Handlung nicht schadet. Ein guter Pageturner für zwischendurch.

Leider stimmt der rückseitige Klappentext nicht so ganz mit der Handlung des Buches überein. Alles in allem hat mir der Thriller aber gut gefallen.

TODESMUT ist bei Heyne broschiert (464 Seiten) in einer Übersetzung von Friedrich Mader für 14,99 Euro erschienen

DIE SCHULDLOSEN von Petra Hammesfahr in unserem "Muttertagsspiel" gewinnen

Heute ist Muttertag. Ein Tag, der mit vielen Emotionen und Mythen besetzt ist, und dem wir ketzerhaft ein wenig "kriminelle Wirklichkeiten" entgegensetzen möchten.

Schreiben Sie uns bitte an info@krimikiosk.de bis zum Freitag, 19.05.2012 was Sie so vom "Muttertag" halten und wir verlosen unter allen, die uns ihre Meinung schicken einen Kriminalroman "Die Schuldlosen" von Petra Hammesfahr.

Warum gerade heute einen Krimi von dieser Autorin?

Weil Mütter in den Romanen der Kölner Autorin (die selbst mehrfache Mutter ist) häufig eine bedeutende Rolle spielen und auch in diesem Roman nicht schuldlos bleiben.

Falls Sie den Krimi schon besitzen, denken Sie daran, man kann Bücher sehr gut auch verschenken. Zum Beispiel an Mütter ;-)

Mitmachen kann jeder einmal (das KK-Team, Gewinnspielagenturen, automatisierte Dienste oder sonstige Gewinnspiel-Dienstleister sind ausgeschlossen), der eine Versandanschrift in Europa hat. Automatisierte Gewinnspielteilnahmen werden disqualifiziert. 

Es entscheidet das Los aus allen richtigen Einsendungen. Die eMailadressen werden ausschließlich zur Gewinnbenachrichtigung benötigt und werden natürlich nicht weitergegeben. Rechtsweg ausgeschlossen. Der Gewinner wird mit gekürztem Namen auf dieser Webseite veröffentlicht.

Samstag, 12. Mai 2012

DIE FRAU MIT DEM MUTTERMAL - Krimi-Hörspiel von Håkan Nesser



DRADIO sendet am Montag (14.05.12) mit DIE FRAU MIT DEM MUTTERMAL von Håkan Nesser (Foto) wieder ein Krimi-Hörspiel eines renommierten Krimi-Autors. Start der Sendung 21:33 Uhr. (Zuletzt im März 2010 gesendet)

Nach dem Tod einer Frau werden zwei Männer mit gezielten Schüssen umgebracht. Alles scheint genau geplant. Kommissar van Veeteren kann noch keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Morden erkennen. Bis ihm ein Foto in die Hände fällt, das die beiden Männer zeigt. 

Auf dem Foto sind jedoch noch mehr Herren zu sehen. Wer von ihnen wird der Nächste sein? Der Kommissar ist davon überzeugt, dass der Täter sein Werk noch nicht beendet hat. 

Übersetzung aus dem Schwedischen: Christel Hildebrandt Hörspielbearbeitung: Tanja Schmidt, Rainer Clute Regie: Rainer Clute Darsteller: Liv-Juliane Barine, Hans Teuscher, Wolfgang Condrus, Tilmar Kuhn, Petra Hartung u.a. 

Produktion: DeutschlandRadio Berlin 2002 
Länge: 54:25 Minuten 

Håkan Nesser, geboren 1950, war Lehrer, lebt als freier Autor in Uppsala. Seine Van-Veeteren-Krimis sind vielfach preisgekrönt. DeutschlandRadio Berlin produzierte 2001 "Das vierte Opfer" (auch als Hörbuch erschienen) und 2003 "Das falsche Urteil".


(Quelle Foto H. Nesser: Wikimedia / Foto taken at Gothenburg Book Fair 2005 by Lennart Guldbrandsson unter public domain. This applies worldwide.)

EIN LETZTER JOB - Adrian McKinty braucht nicht viele Worte, um bildhaft zu beschreiben

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Killian ist ein Spezialist darin, Menschen zu finden, die nicht gefunden werden wollen. Richard Coulter, Besitzer einer Fluglinie mit Beziehungen zu den höchsten Kreisen Irlands, bietet ihm eine halbe Million Pfund, wenn er seine Exfrau Rachel und die beiden Töchter zurückbringt. 

Killian wittert den Job seines Lebens, doch er stellt bald fest, dass er nicht der erste ist, der sich an Rachel die Zähne ausbeißt. Als er merkt, dass ein russischer Killer auf ihn angesetzt wurde, und ihm klar wird, dass es um mehr als eine Familienangelegenheit geht, muss Killian sich entscheiden, auf wessen Seite er steht. (Verlagsinfo)

Adrian McKinty gelingt es, aus der nicht sehr originellen und schon häufig von anderen Autoren verwendeten "Jäger wird zum Gejagten"-Ausgangssituation einen Thriller zu entwickeln, der den Leser dennoch fesselt.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Zwar ist die Handlung meiner Meinung nach nicht sonderlich originell und teilweise auch recht klischeehaft, aber trotzdem punktet der Autor bei mir durch seine Erzählweise: McKinty schreibt ohne Schnörkel und sehr direkt, da gibt es kein endloses Drumherumgerede mit ausschweifenden Schilderungen. 

Er verzichtet weitgehend auf seitenfüllende Adjektive und vertraut auf seine Fähigkeit, durch die Verwendung von Dialogen seinen Personen Leben einzuhauchen und die Handlung voranzutreiben. Und sehr oft genügen ihm auch bereits wenige Worte, um eine Situation oder eine Empfindung zu beschreiben.

Sehr gut gefallen haben mir auch die höchst interessanten Hintergrundinformationen zu der in Irland umherziehenden, diskriminierten Volksgruppe der Pavee (oder auch Tinker genannt), zu denen McKintys Hauptfigur Killian gehört und, wie könnte es anders sein, die Bezüge zur politischen Situation in Nordirland, die der Autor immer wieder herstellt.

EIN LETZTER JOB ist als Taschenbuch bei Suhrkamp (397 Seiten) in einer Übersetzung Peter Torberg von für 14,99 Euro erschienen.