Dienstag, 22. Mai 2012

HOCHHAUS - Unheimliches Wohnprojekt in Berlin / dreiteiliges Krimi-Hörspiel


Die Visionen im dreiteiligen Krimi-Hörspiel HOCHHAUS über eine moderne Berliner Wohnform im Jahr 2013 klingen beängstigend. Zu hören sind die Hörspielteile aus 2006 an den kommenden Donnerstagen 24.05.12 - 07.06.12 jeweils um 23:00 Uhr auf WDR 1LIVE:

Berlin, 2013. Stararchitekt Philip Del Ponte hat in der Hauptstadt das höchste Wohnhaus Europas errichtet. Hier will er seine Vision einer Neo-Kommune verwirklichen. Begeistert kaufen Künstler und Medien-Promis Eigentumswohnungen in dem schwellenfreien Bauwerk. 

Es fehlt an nichts - Boutiquen, Supermarkt, Fitness-Studio und Restaurants, sogar einen Kinderspielplatz auf dem Dach gibt es hier. Doch ein gellender Schrei und der Aufprall eines Körpers zerreißen die Idylle dieser Gated Community. Das Hochhaus wird zum Sammelplatz für nachbarschaftliche Feindschaften. 

Die moderne Groß-WG regrediert im Zeitraffer zu einem Biotop für primitive Lebensformen. Niemand verlässt mehr das Haus, und schnell bildet sich eine existenzielle Hierarchie, deren Grabenkämpfe in erbarmungslosen Schlachten eskalieren.

von Paul Plamper nach dem Roman von J.G. Ballard
Buch: Paul Plamper und Kai Hafemeister
Musik: Schneider TM
Regie: Paul Plamper
Produktion: WDR 2006
Redaktion: Natalie Szallies
Länge: 55 Minuten

James Graham Ballard, britischer Science-Fiction-Autor (1930-2009) wurde mit seinem Roman "High Rise" bekannt. Zuletzt realisierte der WDR ein Hörspiel nach Ballards Roman "Running Wild" (2011). Paul Plamper, geboren 1972 in Ulm, ist Hörspielmacher und Theaterregisseur in Berlin. Zuletzt produzierte er für den WDR das Hörspiel "Tacet (Ruhe 2)".

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Montag, 21. Mai 2012

DER BLUTSTROPFEN - Krimi-Hörspiel von 1966 mit Spaniens 1. Krimi

Emilia Pardo Bazán
Das Krimi-Hörspiel DER BLUTSTROPFEN von Emilia Pardo Bazán, das BR2 am Mittwoch (23.05.12) um 20:03 Uhr bzw. am Donnerstag (24.05.12) 21.03 Uhr sendet stammt aus 1966.

Die spanische Autorin  (* 16. September 1851 in A Coruña; † 12. Mai 1921 in Madrid) hat mit ihren Werken wesentlich zum Spanischen Naturalismus beigetragen und war eine der ersten Feministinnen Spaniens. Mit "Der Blutstropfen (La Gota de Sangre)" folgte sie ihrer Leidenschaft für Verbrechen und das Mystische und schrieb einen der ersten Kriminalromane Spaniens. 

Ignacio Selva, angetrieben durch seine Leidenschaft für Krimis, beginnt als Detektiv tätig zu werden. Dabei muss er ein Verbrechen innerhalb seines Freundeskreises lösen, um seine eigene Unschuld beweisen zu können.

Emilia Pardo Bazán (1851-1921), spanische Schriftstellerin. Gedichte, Essays, Theaterstücke, Romane u.a. "La Tribuna" (1882), "Los pazos de Ulloa" (1886), "La madre Naturaleza" (1887). "La gota de sangre" (1. Kriminalroman Spaniens)

Emilio Gonzales/Erzähler – Herbert Bötticher
Julia Fernandina – Marlies Schoenau
Der Richter – Norbert Naegele
Kriminalinspektor Gordelero – Georg Kostya
Ferner: Christian Marschall, Fritz Wilm Wallenborn, Percy Adlon und andere
BR 1966
Bearbeitung und Regie: Edmund Steinberger

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(Quelle Foto: Wikimedia / Museo de Belas Artes, A Coruña. This image  is in the public domain because its copyright has expired.)

TATORT KIEL - Komparsenrolle beim NDR zu gewinnen


Einmal mit Tatort-Kommissar Borowski alias Axel Milberg gemeisam am Set spielen in einem Kiel-Tatort! Dieser Wunsch könnte für einen glücklichen Gewinner in 2013 Wirklichkeit werden, denn der NDR verlost eine Statistenrolle für den Tatort Kiel.

Und so geht's:
- Es werden auf der Webseite des NDR.DAS!  hintereinander fünf Fragen gestellt.
- Pro Frage sind drei Antwortmöglichkeiten vorgegeben, von denen nur eine richtig ist.

Testen Sie Ihr Wissen rund um den Tatort aus der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins


Einsendeschluss ist der 30. Mai 2012. Unter allen Einsendern, die das Quiz geknackt haben, verlost die NDR-Sendung DAS! in Zusammenarbeit mit der Tatort Redaktion eine Komparsenrolle. 

Viel Glück!
(Quelle Bild Axel Milberg 2007: Wikimedia VollwertBIT unter  Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic)

Sonntag, 20. Mai 2012

DELIKATESSEN - Ein Kriminalroman, der Lust aufs Périgord macht

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Archäologische Funde zeigen, dass man schon vor 30 000 Jahren im Périgord gut leben konnte. Aber der Tote, auf den man bei neuen Grabungen stößt, stammt eindeutig aus dem falschen Jahrhundert und weist alle Spuren eines Gewaltverbrechens auf. (Verlagsinfo)

In St. Denis, der fiktiven Kleinstadt im Périgord, geht es drunter und drüber. Und der "Chef de police", Benoît Courrèges, von allen nur "Bruno" genannt, wird in dem vierten Teil der Krimireihe des schottischen Autors Martin Walker, "Delikatessen", gleich mit drei unterschiedlichen Fällen gleichzeitig konfrontiert: Da ist zum einen der Tote, den ein Ausgrabungsteam findet, und der mit Sicherheit nicht den Cro-Magnon-Menschen zuzuordnen sondern einem Verbrechen in jüngerer Zeit zum Opfer gefallen ist. 

Zum anderen die Protestaktionen der militanten Tierschützer gegen die in dieser Region gängige Praxis des Gänsestopfens, die Anschläge auf Geflügelfarmen verüben. Und dann ist da noch das Gipfeltreffen zwischen Vertretern der spanischen und französischen Regierung, bei dem es um die Aktivitäten der baskischen Separatistenbewegung ETA geht, und bei dem Bruno für die Sicherheit der Teilnehmer verantwortlich ist.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Bei diesem Roman merkt man jeder Zeile an, dass der Autor sowohl das Schlemmerparadies im Südwesten Frankreichs als auch die Personen liebt, über die er schreibt – ganz gleich, ob das nun sein Protagonist Bruno ist, dieser liebenswerte Gutmensch, der auch mal Fünfe gerade sein lässt, oder die schrulligen Einwohner dieses Heile-Welt-Kosmos St. Denis.

Nach den vielen "gebrochenen" und problembeladenen Protagonisten (hauptsächlich vertreten in der britischen und skandinavischen Kriminalliteratur) endlich wieder einmal ein "normaler" Polizist, der in einem vielschichtigen und spannenden Fall ermittelt.

Ein Krimi, der sich - nicht nur sondern auch - perfekt als Lektüre für alle diejenigen eignet, die in der Dordogne ihren Urlaub verbringen und sich vorab schon auf diese geschichtsträchtige Region einstellen wollen. Mir haben die "Delikatessen" jedenfalls ausgesprochen gut gefallen und Lust auf Land, Leute und die kulinarischen Köstlichkeiten des Périgord gemacht.

DELIKATESSEN ist gebunden (403Seiten) im Diogenes Verlag in einer Übersetzung von Michael Windgassen für 22,90 Euro erschienen.

DIE LETZTE INSTANZ - Krimi-Hörspiel von Elisabeth Herrmann


Am Montag (21.05.12) erfreut uns um 21:33 Uhr Dradio mit einem Krimi-Hörspiel von Elisabeth Herrmann, DIE LETZTE INSTANZ:

Eine alte Dame versucht, vor dem Landgericht Berlin einen Obdachlosen zu erschießen. Der Mordversuch misslingt. Anwalt Vernau ist Zeuge des Vorgangs. Er will wissen, welches Tatmotiv die Frau hatte und sucht sie im Krankenhaus auf. Margarethe Altenburg bittet ihn, in ihre Heimatstadt Görlitz zu fahren und ein Kästchen aus ihrer Wohnung zu holen, es jedoch nicht zu öffnen. 

Die Reise wird zu einer bedrückenden Begegnung mit der Vergangenheit der alten Dame. Der obdachlose Mann, auf den sie geschossen hatte, wird Opfer eines zweiten Mordanschlags. Die Fäden laufen im Landgericht Berlin zusammen. Vernau muss herausfinden, welche Rolle die ehrgeizige Staatsanwältin Salome Noack spielt.

Produktion: DKultur 2012
Länge: 56"05

Elisabeth Herrmann, geboren 1959 in Marburg an der Lahn, Fernsehjournalistin und Krimiautorin, lebt in Berlin. Deutschlandradio produzierte 2007 "Das Kindermädchen" nach ihrem gleichnamigen Roman, der 2005 als bester deutschsprachiger Krimi ausgezeichnet und vom ZDF auch verfilmt wurde.

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Samstag, 19. Mai 2012

OBERWASSER - Unterhaltsamer Alpen-Krimi

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Wer drunten schwimmt, ist länger tot: Kommissar Jennerweins vierter Fall: Nachts in einem idyllischen alpenländischen Kurort: Dunkle Gestalten schleppen eine leblose Person zur Höllentalklamm. Kommissar Jennerwein erhält einen heiklen Auftrag. Er muss einen verschwundenen BKA-Ermittler finden, aber niemand darf wissen, dass er nach ihm sucht. 

Während er mit seinem bewährten Team offiziell einem Wilderer nachstellt, forscht er in Gumpen und Schluchten nach dem Vermissten. Derweil erzählen die Einheimischen düstere Legenden von Flößern, die einst das Wildwasser in eine Höhle sog, ein neugieriger Numismatiker entdeckt kryptische Zeichen auf einer alten Goldmünze, und ein Scharfschütze lauert am Bergbach. Kommissar Jennerwein gerät beinahe ins Strudeln. (Verlags-Info)

In OBERWASSER, seinem 4. Alpenkrimi, entfaltet der Autor eine turbulente Handlung mit teilweise skurrilen Geschichten und handfesten, gut gezeichneten Personen, nicht nur bayrischer Herkunft. 

Mehrere Erzählstränge werden gekonnt zusammengeführt zur Lösung des Falles. 

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen)

Das Ganze wird sehr witzig dargestellt und ist gut gegliedert. Passend zur Tarnung der Ermittler sind regelmäßig amüsante kleine Wilderergeschichten eingestreut. 

Jörg Maurer bringt seine vielfältigen Talente voll ein: ein gestandener Kabarettist „verfeinert“ so seinen witzigen Krimi. Ich habe mich prächtig unterhalten.

OBERWASSER ist als Taschenbuch (400 Seiten) im Fischer Verlag für 9,99 Euro erschienen.

FEUER (Hörbuch) - Ein typischer Karen-Rose-Krimi

Autorin: Karen Rose 
Verlag: audio media verlag 
Auflage:  Februar 2012 
Sprecherin: Julia Fischer 
6 Audio CD mit 427 Minuten
gekürzte Lesung
Preis: 11,90 Euro 
Krimi-Rezension: Nicole Ludwig

Aus Protest gegen eine Baufirma, die an einem idyllischen See Grundstücke aufkauft und mit Neubauten versieht, zünden vier Studenten eines der noch leerstehenden Häuser an. Sie sind erschüttert, als sie merken, dass sich in dem Haus ein Mädchen aufhält und müssen diesem beim qualvollen Sterben zusehen. 

Kurz darauf meldet sich jemand bei ihnen, der das Ganze auf Video aufgenommen hat. Er erpresst die vier jungen Leute und zwingt sie, weitere Brände zu legen. Der Feuerwehrmann David Hunter und Detective Olivia Sutherland arbeiten zusammen an dem Fall, der schnell grausamer wird, als jeder von ihnen gedacht hat. 

Zudem überschattet die private Vergangenheit das Ermittler-Duo. Beide kennen sich von einer früheren Ermittlung und haben seinerzeit eine gemeinsame Nacht verbracht. Olivia hat David damals überstürzt verlassen und keiner von beiden hatte sich je wieder bei dem anderen gemeldet. 

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen)

Ein erfreuliches Wiedersehen mit dem sympathischen David Hunter und Olivia Sutherland. 

Die Sprecherin Julia Fischer ist für die Karen Rose Geschichten eine absolut passende Besetzung. 

Ein ganz typisches Hörbuch von Karen Rose, bei dem auch dieses Mal die Liebe nicht zu kurz und man darf gespannt sein, ob Olivia und David irgendwann wirklich zueinander finden. 

Sämtliche Protagonisten haben menschliche Schwächen und Stärken und wirken dadurch authentisch. Nebenbei tauchen immer wieder Figuren aus vergangenen Büchern auf, das gibt dem treuen Karen-Rose-Hörer das Gefühl der Zugehörigkeit. 

Knallharte Action und massives Blutvergießen darf man bei der Autorin nicht erwarten. Ihre Geschichten leben von der Dynamik der Personen und der immer mehr oder weniger latent vorhandenen Spannung. Wer Hörbücher von Karen Rose mag, wird diese Story lieben.

Freitag, 18. Mai 2012

RAGE - Der erschreckende Weg vom Kind zum Psychopathen: Spannend, aber kaum zu ertragen

Krimi-Rezension von Petra Querfurth

Während ihm sein Leben nach und nach entgleitet, klammert sich Ben verzweifelt an das Wenige, das ihm noch geblieben ist. Eltern, Freunde, Mädchen – alle wenden sich von ihm ab. 

Und so steuert er unaufhaltsam auf den Abgrund zu. Innerlich zerrissen, getrieben von seinen Gefühlen, angeekelt von den Menschen. Er weiß: Wenn sich nicht bald alles ändert, wird etwas Schreckliches passieren. Etwas unglaublich Schreckliches. Aber er kann seine Gefühle nicht beherrschen. Sie beherrschen ihn...(Verlagsinfo) 

Gerlach lässt seinen Protagonisten Ben selbst erzählen. Zunehmend ist dieser vom Leben enttäuscht und er erzählt wie es dazu kam. Seine Kindheit und Jugend sind geprägt von Unverständnis und Gewalt. Auch an der Universität fühlt er sich nicht wohl. Freundschaften wollen ihm nicht gelingen und eine Liebesbeziehung, die er sich sehr wünscht, hat er noch nie erlebt. Große Einsamkeit, aber auch Wut und Hass auf alles und jeden scheinen die Herrschaft über sein Handeln zu gewinnen. 

Zuerst sind es nur Phantasien. In seiner Gedankenwelt fängt er an, sich gegen die Ungerechtigkeiten des Lebens zu wehren. Aber immer mehr wird klar, dass es nicht bei seinen Phantasien bleibt. 

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

An dem Thriller des Australiers Steve Gerlach hat mir das Thema sehr gut gefallen. Wie kann es zu so schrecklichen und außergewöhnlichen Taten kommen, von denen wir ab und an in den Medien erfahren. 

Allerdings war ich mehrere Male kurz davor das Buch nicht weiter zu lesen. Gerlach beschreibt Sexpraktiken und Gewalt so schonungslos und offen, dass ich es kaum ertragen konnte. 

Doch die Entwicklung des emotional vernachlässigten Kindes Ben zu einem gewalttätigen Psychopathen hat mich sehr interessiert und wieder in die Handlung hineingezogen. Die Frage, was hat ihn zu dem Menschen gemacht, der so denkt und handelt, hat mich nicht mehr losgelassen. 

Gerlach beschreibt die seelischen Qualen seines Protagonisten so authentisch, man möchte diesen Ben unter die eigenen Fittiche nehmen, schütteln, anschreien oder besser, man hätte ihn nie kennengelernt. 

"Taxi Driver meets American Psycho" (Spook Magazin, NY) trifft es sehr gut! Obwohl mich manche Passagen geradezu angeekelt und verstört haben vergebe ich 4,5 Sterne.

RAGE ist als Taschenbuch (253 Seiten) im Wurdack Verlag in einer Übersetzung von Susanne Schnitzler für 12,95 Euro erschienen.

TATORT SCHREIBTISCH - Silvija Hinzmann, Stuttgart

Foto © Silvija Hinzmann

Auf diesem Schreibtisch in Stuttgart entstehen u.a. Kurz-Krimis der Autorin Silvija Hinzmann, die z.B. in "Hergotts Bscheißerle" oder "Mördchen fürs Örtchen" zu finden sind.

Und man kann an diesem "Tatort" sehr schön Infos zur Autorin "ermitteln": So verraten Feuerzeug und Zigaretten etwas über die bevorzugten "Suchtstoffe" und der Bildband lässt vermuten, dass die nächsten "kriminellen Handlungen" im südlichen Europa verübt werden sollen.

Offensichtlich gibt's beim Schreiben auch was für die Ohren, wie Lautsprecher und Ohrhörer vermuten lassen.

Und das sagt Silvija Hinzmann selbst zu ihrem Arbeitsplatz:
"Mein Wort-Bergwerk mit Blick in den Garten."


Wir bedanken uns bei der Autorin für diesen offenen Blick auf/in das "Bergwerk"!

Donnerstag, 17. Mai 2012

DIE EWIGE MISS MARPLE - Das bizzarre Leben der Margaret Rutherford (Radio-Feature)


Am 11. Mai 2012 wäre die Schauspielerin Margaret Rutherford 120 Jahre alt geworden und am 22. Mai jährt sich ihr Todestag zum 40. Mal.

Anlass genug für ein Radio-Feature, das am Samstag (19.05.12) um 18:05 Uhr (Ursendung) im Dradio und am Sonntag (20.05.12) um 14:05 Uhr im SWR2 mit dem Titel "Die ewige Miss Marple - Das bizarre Leben der Margaret Rutherford" von Hannelore Hippe zu hören sein.

Margaret Rutherford ist als die einzig wahre Verkörperung von Agatha Christies schrulliger Detektivin bekannt und als diese wird die englische Schauspielerin auch 40 Jahre nach ihrem Tod am 22. Mai 1972 noch kultartig verehrt. 

Für die Fans bleibt sie die ewige Miss Marple. Doch die Oskar-Preisträgerin versuchte ihr Leben lang, den Krimi ihres Lebens vor der Öffentlichkeit zu verbergen: Ihr eigener Vater durchschnitt ihrem Großvater in einer Pension die Kehle. Rutherford blieb zeitlebens eine Getriebene: nirgendwo zu Hause, außer auf der Bühne, die ihr Leben bedeutete.

Regie: die Autorin
Mit: Barbara Schnitzler, Thomas Schendel, Friedhelm Ptok, Ingeborg Medschinski, Frauke Poolman, Luise Lunow
Ton: Andreas Narr
Produktion: DKultur/NDR/SWR 2012
Länge: 53.40 Minuten
(Ursendung)

Hannelore Hippe arbeitet seit 25 Jahren als Feature- und Hörspielautorin. Sie veröffentlichte zahlreiche Kriminalromane. Ihr neuester Roman wird zurzeit mit Liv Ullmann verfilmt. Die Autorin lebte lange in England, Irland und Norwegen. Lebt heute an der Mosel. (Quelle: Dradio)

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(Quelle Foto Agatha Christie Grabstätte: Wikimedia / Urheber: Violetriga unter  Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported)

DAS LETZTE GELEIT - Ein sympathischer Bestatter als Ermittler

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Eine Leiche ist für Theo Matthies nichts Besonderes – immerhin ist er Bestatter. Doch der Tod der alten Anna, die erfroren am Elbstrand lag, weckt sein Misstrauen. Als die Polizei den Fall abschließt, ermittelt der studierte Mediziner selbst. Dabei stößt er auf ein schreckliches Verbrechen, das im Zweiten Weltkrieg geschah – und auf einen Mörder, der offiziell seit Jahrzehnten tot ist. (Verlagsinfo)

Der Erstling von Christiane Fux hebt sich schon allein deshalb aus der Masse der Neuerscheinungen ab, weil ihr Protagonist Theo kein Kommissar, sondern ein Bestatter ist. Und nein, er ist kein Sonderling, sondern ein ausgesprochen sympathischer Zeitgenosse, der den Leser im Laufe des Buches auch mit den Besonderheiten und Riten seiner Profession vertraut macht.

Die Krimihandlung spielt sich auf zwei Zeitebenen ab, nämlich am Ende des Zweiten Weltkrieges und Ende 2008/Anfang 2009. Im Buch wird das durch unterschiedliche Schrifttypen kenntlich gemacht, was es dem Leser erleichtert, die Ereignisse den entsprechenden Zeiträumen zuzuordnen.

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

Im Laufe der Geschichte kristallisiert es sich heraus, dass das zugrunde liegende Thema Psychiatrie und Euthanasie im Dritten Reich ist. 

Und diese beiden höchst sensiblen Themen hat die Autorin mit sehr viel Fein- und jeder Menge Fingerspitzengefühl behandelt und in eine spannende Krimihandlung verpackt. So verzeiht man ihr auch die eine oder andere kleine Länge zwischendurch.

Anm. KK: In Anbetracht der vielen toten Vögel auf Krimi-Covern in letzter Zeit, ist die tote Motte an gleicher Stelle auf diesem Cover geradezu amüsant.

DAS LETZTE GELEIT ist als Taschenbuch (304 Seiten) bei PIPER für 9,99 Euro erschienen.

TOP SECRET - Spionage-Ausstellung in Oberhausen

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo Spionage unser Leben berührt? Welche Spuren hinterlassen wir beim Einkauf mit der Kreditkarte oder wenn wir mit dem Handy telefonieren? 

Ist Ihnen bekannt, dass die CIA wirtschaftliche Beteiligungen an Facebook unterhält oder das die jährliche Schadenssumme von Wirtschaftsspionage in Europa auf 280 Mrd. Euro geschätzt wird? 

Tagtäglich berichten die Medien über neue Datenskandale und Ereignisse der Weltpolitik in denen auch immer ein Stück Spionage mitschwingt. Aber wie fing alles an?

Die Ausstellung „TOP SECRET“ gibt einen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Spionage. In einer spannend inszenierten Kulisse  auf über 2.000 qm erfährt man alles Wissenswerte rund um diese sagenumwobene Schattenwelt. 

Von den technologischen Errungenschaften der Geheimdienste über Legenden von Meisterspionen und deren Organisationen bis hin zu aktueller Datenspionage. Mit einer Sammlung von Spionagegegenständen aus vielen Jahrhunderten, Geschichten von Spionen, von Erfolg und Scheitern. Bei „TOP SECRET“ können man Spionage hautnah und interaktiv erleben. Aber seien Sie wachsam: Spionage schläft nie – auch hier nicht.

Interaktiv, spannend und lehrreich präsentiert sich die neue Erlebnisausstellung für die ganze Familie, in der Neuen Mitte Oberhausen, direkt am CentrO. „TOP SECRET“ hat 365 Tage im Jahr, täglich ab 10 Uhr geöffnet. (Quelle Foto + Text-Info TOP SECRET).

Es gibt besondere Arrangements für Kindergeburtstage und Schulklassen.
Tageskarte 
Erwachsene € 12,00
Kinder (von 4 bis 14 Jahre)* € 8,00
Ermäßigte** € 11,00
Behinderte und Begleitpersonen € 8,00
Familienkarte (2 Erwachsene + 2 Kinder) € 32,00

*4-14 Jahre. Minderjährige im Alter von 4 bis 14 Jahren haben ausschließlich in Begleitung eines mindestens 18-jährigen Erwachsenen Zutritt zur Ausstellung. Kinder ab dem vollendeten 14. Lebensjahr dürfen alleine in die Ausstellung, dürfen aber nicht die Aufsicht über einen Minderjährigen haben.
 Kinder bis zu 4 Jahren haben freien Eintritt.

** Rentner, Studenten nach Vorlage eines Ausweises

›› Tageskarten können Sie auch hier online bestellen!

Mittwoch, 16. Mai 2012

SCHWEIGENDE SÜNDE - Düstere Geschichte mit Längen


Krimi-Rezension von Katja Volland

Bei einem Klassentreffen wird der Lehrer Eric Janson auf der Schultoilette erschlagen. Nach Befragung der zahlreichen Teilnehmer des Treffens, Ex-Schüler wie Lehrer, können sich Kommissar Vegter und seine Kollegen allmählich ein Bild von dem Toten machen: Er war zwar fachlich kompetent, jedoch anmaßend und eitel, stellte Schüler und Kollegen gern bloß. Grund genug, ihn umzubringen? 

Auch Eva Stotijn war bei dem Klassentreffen. Ihr hatte Janson als Schülerin Schreckliches angetan. Als ihr einstiger Mitschüler David, dem Eva auf dem Klassentreffen wiederbegegnet ist, davon Wind bekommt, setzt er sie immer mehr unter Druck und behauptet, er habe gesehen, wie sie Janson erschlug. (Verlags-Info)

Der Kriminalroman „Schweigende Sünde“ von Lieneke Dijkzeul ist der erste Krimi einer niederländischen Autorin, der den Weg in mein Bücherregal gefunden hat und -ohne zu viel vorweg zu nehmen- er hat mich nicht überzeugen können,  in Zukunft nach Krimis dieses Landes in der Buchhandlung zu suchen.

Der eigenwillige Kommissar Paul Vegter scheint durch einen Schicksalsschlag – der immer nur angedeutet wird – leicht depressive Züge zu haben, die durch die Bearbeitung des Mordes am Lehrer Janson scheinbar verstärkt werden.

Eine weitere Hauptfigur – die ehemalige Schülerin Eva – umgibt ebenfalls eine dunkle Aura, auch sie scheint Schlimmes erlebt zu haben. Eine eingeschüchterte junge Frau, zu der die Unterwürfigkeit, die sie in der sich im Laufe des Romans entwickelnden Beziehung zeigt, zu passen scheint. Diese Beziehung entsteht zu David, ein smarter junger Mann, der zudem auch attraktiv ist. Jedenfalls optisch, denn auch betreffend diese Figur wird der Leser schnell mit der unangenehmen Seite konfrontiert und man ahnt früh, dass er irgendwie „Dreck am Stecken“ hat…

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)

Sämtliche weiteren Charaktere zeigen  „seltsame“ Züge, die mitunter als menschlich zu bezeichnen sind. Dies gilt auch für die Hauptfiguren. Die Geschichte ist schlüssig und das Ende sogar irgendwie überraschend.

Allerdings herrscht von Anfang an eine Stimmung, die es dem Leser schwer macht, sich irgendeiner der Figuren anzunähren oder gar auf sie selbst und ihr Schicksal einzulassen. Durch diesen Umstand habe ich die Lektüre nicht wirklich genießen können. 

Die Atmosphäre war durch und durch dunkel, allerdings auf eine zähe, nahezu langweilige Art. Es gibt viele Geschichten, die von ihrer Düsterkeit leben, die gerade dadurch zu spannenden Geschichten werden, dass man mit dem wahren Leben, den allzu menschlichen Problemen und Ängsten konfrontiert wird. "Schweigende Sünde" gehört leider nicht dazu.

Ich kann nicht erklären, warum es mir bei dem Krimi von Lieneke Dijkzeul anders ging, ich habe auch an Geschichte und Schreibstil eigentlich gar nicht viel auszusetzen. Gefesselt hat es mich halt einfach nicht, daher nur 3 Sterne.

SCHWEIGENDE SÜNDE ist als Taschenbuch (336Seiten) bei dtv in einer Übersetzung von Christiane Burkhardt für 9,95 Euro erschienen.

LIMASSOL - Israelischer Geheimdienst ermittelt undercover in Zypern / Krimi-Hörspiel


Der Hörspiel-Krimi in der Nacht von Freitag auf Samstag (19.05.12) entführt im Dradio um 00:05 Uhr nach LIMASSOL. (Wurde zuletzt im Dezember 2011 gesendet)

Ein Ermittler des Shabak, des israelischen Inland-Geheimdienstes, ist spezialisiert auf die Verhinderung von Selbstmordattentaten.

Bei seinen Verhören von Verdächtigen wendet er auch Folter an. Als ein Mann dabei stirbt, wird er abgezogen und undercover eingesetzt: Er wird in die israelisch-palästinensische Literatenszene eingeschleust, um das Vertrauen eines alten palästinensischen Dichters zu gewinnen.

Dessen Sohn ist ein Drahtzieher des islamistischen Terrorismus. Mit Hilfe des todkranken Vaters soll er nach Limassol auf Zypern gelockt und dort eliminiert werden.

Ebenso zerrissen wie besessen verfolgt der Ermittler sein Ziel. Sein Auftrag wird zu einem persönlichen Verrat - an denen, die ihm vertrauen, und an sich selbst.

Yishai Sarid wurde 1965 in Tel Aviv geboren, wo er heute noch lebt. In der israelischen Armee war er als Nachrichtenoffizier tätig, anschließend studierte er Jura und ist heute Rechtsanwalt. Er veröffentlichte Artikel in verschiedenen Zeitungen. 2000 publizierte er seinen ersten Roman und 2010 seinen Politthriller „Limassol“.

Mit Axel Wandtke, Johanna-Julia Spitzer, Jürgen Thormann, Judith Engel, Max Volkert Martens u. a. 

Redaktion: Isabel Platthaus
aus dem Hebräischen

von Helene Seidler
Bearbeitung und Regie:
Christoph Kalkowski
Produktion: WDR 2011/ca. 54’

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Quelle Foto Limassol: Wikimedia / unter public domain by its author, Tsiapinis at the wikipedia project. This applies worldwide.

Dienstag, 15. Mai 2012

EIN KLARER FALL - Der neue ARD Radio Tatort


Der neue ARD Radio Tatort kommt aus Bremen und ist scheinbar  EIN KLARER FALL. Im Radio zu hören vom 14.05. bis 22.05.12 |Hier alle Sendetermine. Download und online nachhören kann man vom 21.05.12 (23 Uhr) bis 18.06.12 (23 Uhr)  HIER.

Großer Fahndungserfolg für die Bremer Polizei: Mit Hilfe künstlicher DNA wird der Täter eines Tankstellenraubmords schnell überführt und inhaftiert. Zeit für Hauptkommissarin Evernich, ein paar Tage Urlaub zu nehmen und sich ihrem sterbenskranken Vater zu widmen. 

Doch kaum hat sie sich ausgeklinkt, wird der Inhaftierte tot in seiner Zelle gefunden. Selbstmord? Oder ein Mord unter Gefangenen? Evernichs Assistent Claas und Staatsanwalt Kurt Gröninger müssen in diesem Fall erstmals ohne die erfahrene Kommissarin auskommen. Dass sie einander nicht sonderlich mögen, ist dabei nicht einmal das größte Problem. 

Auch ihre Ermittlungsmethoden könnten unterschiedlicher nicht sein: Claas lässt sich undercover ins Gefängnis einschleusen und verfolgt eine heiße Spur unter den Insassen, während Gröninger bei seinen Nachforschungen immer größere Zweifel an der Schuld des toten Häftlings bekommt. 

Doch auch Evernich, die mit ansehen muss, wie der vermeintlich klare und öffentlichkeitswirksame Fall immer mehr ins Dickicht politischer und wirtschaftlicher Interessen gerät, erfährt am Sterbebett ihres Vaters ein dunkles Geheimnis …

Regie: Christiane Ohaus
Länge des Hörspiels: ca. 50'
Produktion: Radio Bremen 2012