Mittwoch, 28. September 2016

EINMAL NEW YORK UND NICHT ZURÜCK - Krimi-Hörspiel von Dashiell Hammett (1991)

Quelle Foto Dashiell Hamett: Wikimedia / copyright expired
Am Samstag (01.10.16) um 21:05 Uhr führt auf NDR Info ein Krimi-Hörspiel von Dashiell Hammett auf eine gefährliche Reise: EINMAL NEW YORK UND NICHT ZURÜCK. Lief zuletzt im Januar 2011.

San Francisco in den 20er- Jahren. Der Börsenmakler Daniel Rathbone ist spurlos verschwunden. An seinem Zielort New York kommt nur sein Gepäck an. Verschwunden sind auch die 100.000 Dollar, die der Firma Zumwalt und Rathbone anvertraut worden waren. 

War die angekündigte Reise nach New York nur ein Bluff? Hat sich Rathbone abgesetzt? Und warum wendet sich Mr. Zumwalt erst vier Wochen nach Rathbones Verschwinden an die Privatdetektei Thin mit der Bitte um Nachforschungen? 

Als Vorlage für das Hörspiel diente eine Kurzgeschichte, die Hammett für ein Kriminalmagazin geschrieben hatte und die erst 30 Jahre nach seinem Tod wiederentdeckt wurde.

Samuel Dashiell Hammett (1894-1961). Nach Abbruch der Schule und diversen Aushilfstätigkeiten arbeitete Hammette acht Jahre lang als Privatdetektiv, bevor er anfing, Kriminalgeschichten zu schreiben. Zwischen 1929 und 1934 veröffentlichte er fünf Kriminalromane ("Rote Ernte", "Der Fluch des Hauses Dain", "Der Malteser Falke", "Der gläserne Schlüssel", "Der dünne Mann"), die inzwischen als Klassiker gelten. 

Mit seiner realistischen, unsentimentalen Darstellung einer Welt, in der die Unterscheidung zwischen Guten und Bösen nicht mehr möglich ist, begründete Hammett eine amerikanische Form des Detektivromans (hardboiled-school).

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Benjamin Schwarz
Hörspielbearbeitung und Regie: Hans Rosenhauer
NDR/SDR 1991 | 50 Minuten

Mit Rüdiger Kirschstein, Gerd Baltus, Angela Schmid, Gerda Katharina Kramer, Holger Mahlich, Hans Kahlert und anderen


(Quelle Foto Dashiell Hamett: Wikimedia / Source:

Dienstag, 27. September 2016

DIE SCHANDE DER LEBENDEN (Hörbuch) - Am Ende mit überraschender Wendung

Krimi-Tipp von 
Nicole Glücklich (Vorstandsmitglied Deutsche Sherlock Holmes Gesellschaft)

Für viele dürfte Marc Billingham kein Unbekannter mehr sein – für mich war DIE SCHANDE DER LEBENDEN sein erster Roman. Zum Inhalt:

Fünf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, versammeln sich jeden Montag im selben Haus. Sie alle sind Verlorene, die in ihrem Leben Schande auf sich geladen haben und sich nun auf der Suche nach Hilfe zufällig begegnet sind. In ihrer Mitte sitzt der Therapeut Tony De Silva, der eine ganz eigene Vergangenheit hat. 

In ihrem Kreis offenbaren sich die fünf gegenseitig ihre dunkelsten Geheimnisse. Dabei gibt es nur eine Regel: Nichts von dem, was zwischen ihnen besprochen wird, darf jemals nach außen dringen. Selbst als einer der fünf ermordet aufgefunden wird, bricht keiner sein Schweigen. Und doch ist nichts mehr wie zuvor. Denn zum Kreis gehört nun auch ein Mörder – der alles über die anderen weiß. Verlagsinfo

Der 55-jährige Autor Mark Billingham wurde vor allem durch seine Tom-Thorne-Romane berühmt. Er ist jedoch auch als Schauspieler und Drehbuchautor tätig und tritt sogar als Stand-Up Comedian auf. Sein erster Roman (dt. „Der Kuss des Sandmanns“) wurde von der BBC mit David Morrissey in der Hauptrolle verfilmt. Nachdem er zusammen mit seinem Kollegen Peter Cocks 1997 selbst Opfer eines Verbrechens wurde, bei dem er entführt und in einem Hotelzimmer in Manchester ausgeraubt worden war, inspirierte ihn dieser Vorfall zu seinem zweiten Roman „Die Tränen des Mörders“. Billingham lebt heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in London.

Ich möchte vorausschicken, dass mich die Geschichte am Ende tatsächlich mit ihren Wendungen überrascht hat. 

Allerdings ist dies wohl eher der geschickten Erzählstruktur als der herausragenden Geschichte zu verdanken. Die Geschichte ist in viele kleine Häppchen unterteilt, die zwei Erzählstränge „damals“ und „heute“ aneinanderreiht. Beide bewegen sich vom Anfangspunkt fort: Einer in die Vergangenheit, der andere in die Zukunft. 

Wie man sich vorstellen kann, trägt das bei einem Hörbuch nicht gerade zum Verständnis der Gesamtgeschichte bei. Im Gegenteil ist die Story über weite Teile eher ermüdend und man verliert recht schnell den Faden. 

Vor allem da der überwiegende Teil der Erzählung von Therapiesitzungen der Gruppe und den Spannungen der Teilnehmer untereinander und ihrer inneren Konflikte handelt – und die Figuren an sich relativ flach gehalten und klischeebeladen sind. Insofern ist das Taschenbuch vielleicht diesmal die bessere Wahl.

Insgesamt wird die Geschichte erst ab der Hälfte wirklich spannend und kann ab dem letzten Drittel interessante Wendungen aufweisen, das Rad hat Mark Billingham aber auch nicht gerade neu erfunden. 

Die Erzählstruktur dürfte jeden an den großartigen Film „Memento“ erinnern und die Handlung vielen aus der einen oder anderen Agatha-Christie-Geschichte bekannt vorkommen. 

Es handelt sich um einen von Uve Teschner als Sprecher solide erzählten Krimi. Vielleicht liegt das Problem einfach darin, dass in diesem Genre schon so ziemlich jede Geschichte erzählt wurde und neue Bücher nur noch von interessanten Charakteren am Leben erhalten werden. Das ist bei dieser Geschichte leider nicht der Fall.

Autor: Mark Billingham
Verlag: GoyaLit
Auflage: August 2016
Sprecher: Uve Teschner
4 Audio CD mit 5 Std 21 Min.
gekürzte Lesung
Preis: 19,99 €

Montag, 26. September 2016

DIE SCHWEDISCHEN GUMMISTIEFEL (Hörbuch) - Mankells letzter Roman über das Alter, die Liebe, die Einsamkeit & den Tod

Hör-Tipp von Jörg Völker

Der Hörbuchverlag Hamburg hat für die Produktion des Hörbuchs nach dem Roman „Die schwedischen Gummistiefel“ von Henning Mankell dankenswerter Weise den vorzüglichen Axel Milberg als Sprecher engagiert. Der versierte Schauspieler hatte zu Mankells Lebzeiten eine große Affinität zu dem Autor, außerdem freundschaftliche und berufliche Kontakte. 

Mankell schildert das späte Leben von Fredrik Welin, einem ehemaligen Chirurgen. Ein Protagonist, der bereits in Mankells Roman DIE ITALIENISCHEN SCHUHE eine Rolle spielte, dessen Vorgeschichte man aber nicht unbedingt zum Verständnis kennen muss.

Der mittlerweile 70jährige lebt in einem von den Großeltern geerbten Haus auf den Schären. 

Eines Nachts wird er von einem Brand überrascht, der ihn fast das Leben kostet. Das Haus wird zerstört. Er kampiert fortan in einem alten Wohnwagen seiner Tochter, zu der er kaum Kontakt hat. Fredrik steht unter dem Verdacht, ein Brandstifter zu sein. Polizei und Versicherung ermitteln.

Er selbst versucht krampfhaft, wieder Ruhe zu finden und zur Normalität zurückzufinden. 

Der Hörer lernt einen alten, ewig unzufriedenen Mann kennen, der großen Stimmungsschwankungen unterworfen ist. Fredrik Welin lebt zurückgezogen, hat wenig Kontakt zu seinen Mitmenschen in der kargen dünnbesiedelten Insellandschaft. Seinen Kummer ertränkt er öfter in Alkohol. 

Fredrik verehrt eine wesentlich jüngere Frau, sucht ihre Nähe und Liebe, träumt von Nähe und körperlicher Liebe. Beide Menschen können aber ihre Gefühle, Wünsche und Hoffnungen nicht äußern. Sie umkreisen einander nur.

Plötzlich fliegt er nach Paris, um seine Tochter und deren Familie näher zu kommen, was auch nicht zufriedenstellend gelingt. Neue Brände werden in der Nachbarschaft gelegt. Eine ältere Frau wird getötet. Er selbst findet ihre Leiche.

Fredrik wird durch die Ereignisse zwar entlastet, aber die Unruhe in dem Schärengebiet hört nicht auf. Seine Sinnkrise hält an. Er versucht krampfhaft, Struktur in seinen Alltag zu bringen. Dazu gehört sein morgendliches Bad im offenen Wasser, bei jedem Wetter. 

Axel Milberg gelingt es sehr gut, das Leben und Innenleben des alten Mannes zu präsentieren und dessen Problematik seinen Zuhörern verständlich zu machen. Eine großartige Leistung!

Autor: Henning Mankell
Verlag: Der Hörverlag
Auflage: August 2016
Sprecher: Axel Milberg
1 MP3 CD mit 10 Std. 31 Min.
gekürzte Lesung
Preis: 19,49 €

Sonntag, 25. September 2016

DIE AKTE WHITECHAPEL - Komplexes Krimi-Spiel in schöner grafischer Aufbereitung

Krimi-Spiel getestet von Nicole Glücklich 
(Vorstandsmitglied Deutsche Sherlock Holmes Gesellschaft)

Zuallererst besticht das Brettspiel „Die Akte Whitechapel“ (Neuauflage) vom Heidelberger Spieleverlag durch seine tolle grafische Aufbereitung

„Die Akte Whitechapel“ kann von 2 bis 6 Spielern gespielt werden und ist mit einer Dauer von ca. 90 Minuten angegeben. Am Thema des Spiels sollte man sich nicht stören – wenn man ein Spiel mit diesem Titel kauft, ist es wohl klar, dass es um die brutalen Frauenmorde von 1888 geht.

Die Vorbereitung nimmt recht lange in Anspruch. Für alle, die gerne ein Spiel auspacken und direkt loslegen, ist dieses eindeutig nicht geeignet. 

Am besten schaut man sich zur Vorbereitung gleich eine YouTube-Anleitung an, dann wird die Spielidee und vor allem der Spielablauf klarer als mit der beiliegenden Anleitung. 

Diese kann bei später auftretenden Fragen natürlich immer noch zurate gezogen werden und bietet – neben den Spielregeln – auch viele Hintergrundinformationen zu den echten Mordfällen. 

Besonders gefallen haben mir auch die Details der Spielkarten. Die Charakterkarten der Nicht-Ripper-Spieler sind echten Ermittlern der Zeit nachempfunden, wie etwa Inspector Abberline, Inspector Swanson oder Inspector Reid

Hat man die Spielregeln endlich einigermaßen verstanden, geht es los.

Ein Spieler übernimmt die Rolle von Jack the Ripper, alle anderen Spieler sind die Ermittler und versuchen, den Kriminellen zu erwischen, bevor dieser das Feld erreicht, das er sich ganz zu Beginn als seinen Unterschlupf ausgesucht hat. 

Dazu hat der Ripper fünfzehn Züge lang Zeit, die sich verringern, wenn er zum Beispiel eine Droschke nimmt oder einen Häuserblock durch den Hinterhof durchquert. Wie bei den echten Mordfällen gibt es vier Nächte, in denen der Ripper vom Tatort aus fliehen muss. 

Da der Ripper und die Ermittler auf unterschiedlichen Feldern ziehen (die Felder des Rippers sind durchnummeriert), haben die Ermittler nur die Möglichkeit abzufragen, ob sich der Ripper auf einem Feld um sie herum befunden hat, also dieses auf seiner Flucht passiert hat, oder ob er sich nun gerade darauf befindet. 

In diesem Fall kann der Ermittler Jack the Ripper verhaften – liegt er jedoch daneben, ist der Durchgang für ihn beendet. 

Jeder Spieler darf pro Zug nur maximal zwei Felder vorrücken. Die Vorbereitung der beiden Phasen „Hölle“ (also der Mord) und „Jagd“ sind etwas umständlich. Zuerst müssen die Opfer samt täuschender Blankosteine auf die dafür vorgesehenen Felder, dann die Ermittler samt Blankosteine nach gewissen Regeln gelegt werden. 

Erst wenn der „Mord“ passiert ist, dessen Tatort der Ripper-Spieler auswählt, werden die Ermittler durch ihre richtigen Spielsteine ersetzt. Wo die Ermittler auf dem Spielfeld stehen, entscheidet der Ermittler, der in der Rangfolge gerade an der Reihe ist, danach ziehen alle reihum.

Das Ziel des Spiels besteht natürlich darin, Jack the Ripper zu überführen. Das ist aber gar nicht so einfach. Schaffen die Ermittler es nicht, hat Jack the Ripper gewonnen – erwischen sie ihn aber oder schafft er es nicht, innerhalb der vorgegebenen Züge sein Versteck zu erreichen, hat er verloren. 

Fazit: Wer das Spiel "Scotland Yard" mag, wird an "Die Akte Whitechapel" ebenfalls Vergnügen haben. 

Die Spielregeln haben meiner Meinung nach ein paar Schwächen: Die komplizierte Aufstellung der Ermittler in jeder neuen Runde zum Beispiel oder die Tatsache, dass Jack the Ripper neben einem Ermittler stehen kann und eventuell trotzdem nicht überführt wird, nur weil dieser die falsche Frage stellt… 

Zudem ist es nachher natürlich schwer nachzuprüfen, ob Jack the Ripper bei seiner Flucht nicht geschummelt hat, denn die gezogenen Felder werden zwar auf einem Block notiert, sind im Nachhinein aber nicht mehr nachvollziehbar. 

Trotzdem ist es nach dem „Einspielen“ sehr spannend und unterhaltsam – und das Spieldesign ist wirklich genial!

DIE AKTE WHITECHAPEL (neue überarbeitete Auflage)
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
2-6 Spieler
Preis: 35,95

Samstag, 24. September 2016

EIN SPIEL - Krimi-Hörspiel von Peter Gugisch / Ursendung


EIN SPIEL entspinnt sich am Montag (26.0916) um 21:30 Uhr im Krimi-Hörspiel auf Dradio Kultur.

Sie haben es schwer miteinander: die vier Schriftsteller, die Kriminalromane verfassen, und der alte "Kommissar", den nur die wirklichen Fälle interessieren.

Bei einem Autorentreffen sind sie sich begegnet, aber erst bei der gemeinsamen Heimfahrt im Zugabteil kommen sie sich näher. Da erfinden sie ein Spiel, in dem es um Schuld und Sühne, um kriminalistische Kleinarbeit und um einen Mörder geht.

Regie: Uwe Schareck

Mit: Udo Schenk, Friedhelm Ptok, Gustav-Peter Wöhler, Peter Rühring, Max von Pufendorf und Claudia Eisinger

Produktion: Deutschlandradio Kultur 2016
Länge: 52'43

Peter Gugisch, geboren 1935 in Gotha, studierte Germanistik, Slawistik, Sprachwissenschaften und promovierte 1965 über die Geschichte des Hörspiels. Er arbeitete von 1969 bis 1990 für den Rundfunk der DDR, ab 1977 war er Hauptabteilungsleiter der Funkdramatik und Hörspielautor, lebt in Berlin.

Freitag, 23. September 2016

LEICHTES SPIEL - Krimi-Hörspiel von Dirk Josczok (2015)

Leslie Malton bei den Aufnahmen zu LEICHTES SPIEL
© SWR/Monika Maier
Das Krimi-Hörspiel LEICHTES SPIEL, wird am Samstag (24.09.16) um 21:05 Uhr auf NDR Info zu hören sein. Lief zuletzt im April 2016 als Ursendung

Samstagabend in Villenlage

Während Ines es sich mit einem Drink vor dem Fernseher gemütlich macht, muss Frank noch einmal ins Büro der Baufirma - angeblich. 

Zwar vermutet Ines, dass ihr Ehemann sie betrügt. Aber was soll sie machen? Sie bittet ihn zu bleiben, fleht ihn an, droht ihm, aber Frank schert sich nicht darum, was sie empfindet. Oder hat er nur ihre Larmoyanz und Selbstgefälligkeit satt? 

Als Frank die Tür hinter sich schließt, fühlt Ines sich wieder einmal verraten und alleingelassen. Selbstmitleidig beginnt sie ihren Kummer in Alkohol zu ertränken: "Same procedure as every weekend." 

Doch dann dringt plötzlich ein Maskierter in die Villa ein und bedroht Ines mit einem Revolver. Der Fremde mit dem merkwürdigen Akzent wittert "leichtes Spiel". Er drängt Ines, den Tresor zu öffnen. Aber die Zahlenkombination kennt nur ihr Mann - und der lässt auf sich warten.

Dirk Josczok, geboren 1960 in Düsseldorf, lebt in Berlin. Schreibt Drehbücher und Hörspiele. Zuletzt u.a.: »Niemandskind« (2013), »Menschlos« (2014), »Verräter« (2015).

Mit: Leslie Malton, Tim Seyfi, Christian Koerner, Michael Wirbitzky, Sascha Zeus u. a.

Musik: Tilman Ehrhorn
Regie: Beatrix Ackers

(Produktion: SWR 2015)

Donnerstag, 22. September 2016

HETZJAGD - Zweiteiliges Krimi-Hörspiel von Brian Moore (1997)


Eine HETZJAGD findet statt im zweiteiligen Krimi-Hörspiel, dessen Teil 1 am  23.09.16 (um 19:04 Uhr) in WDR 3, am 24.09.16 in WDR 5 (um 17:05 Uhr) und Teil 2 am 30.09.16 in WDR 3 (19:05 Uhr) bzw. 01.10.16 in WDR 5 um 17:05 Uhr zu hören ist.

Jahrzehntelang hat sich ein französischer Kriegsverbrecher der gerechten Strafe entziehen können - gedeckt durch konspirative Kleriker und Politiker. 

Erst 1989 holt ihn seine Vergangenheit ein. Nun ist er nicht nur vor der Justiz auf der Flucht, sondern auch vor professionellen Killern und seinen ehemaligen Freunden.

Pierre Brossard wurde in Abwesenheit verurteilt wegen Kollaboration mit der SS und Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Doch katholische Priester haben ihm die Absolution erteilt, und als frommer Katholik und Antisemit findet er in französischen Klöstern Unterschlupf - unterstützt von ranghohen Politikern, die kein Interesse an der Aufarbeitung ihrer eigenen Vichy-Vergangenheit haben. 

Bis ihn jüdische Nazijäger aufspüren und einen Killer auf ihn ansetzen. 

Das bringt auch die französische Justiz wieder auf die Spur Brossards. Es beginnt eine Jagd quer durch Südfrankreich, auf der der ehemalige Jäger und Verräter Brossard zum Gejagten und Verratenen wird. 

Die fiktive Geschichte des Pierre Brossard basiert auf dem realen Fall von Paul Touvier, der als Kriegsverbrecher während des Vichy-Regimes erst 1994 vor einem französischen Gericht zur Rechenschaft gezogen wurde. 

Mit Horst Bollmann, Peter Roggisch, Hüseyin Cirpici, Corinna Kirchhoff, Hans Wyprächtiger u. a

von Brian Moore 

aus dem Englischen: Bernhard Robben
Bearbeitung und Regie: Alexander Schuhmacher
Redaktion: Isabel Platthaus
Produktion: SWR 1997

ELEVEN MISSING DAYS Das geheimnissvolle Verschwinden der Agatha Christie - Radiofeature von

Agatha Christie als Kind / Quelle Foto: Wikimedia
unter Public Domain
Agatha Christie stand 1926 erst am Beginn ihrer Karriere. Gerade hatte sie den Roman "Alibi" ("Der Mord an Roger Ackroyd") veröffentlicht, als ihr Wagen am 4. Dezember kopfüber in einem Straßengraben in Südengland gefunden wurde. Von der Autorin fehlte jede Spur.

Mit dieser wahren Begebenheit beschäftigt sich das Feature von in der Nacht von Freitag auf Samstag (24.09.16) um 00:05 Uhr im Deutschlandfunk.

Damals folgte eine der größten Suchaktionen in Großbritannien, an der sich zehntausende Menschen beteiligten, sogar die Schriftstellerin Dorothy L. Sayers

Tagelang sorgte die Frage, was mit Agatha Christie geschehen war, für Schlagzeilen. Die Spekulationen reichten von der Vermutung, dass sie nach einem Autounfall ihr Gedächtnis verloren hat, bis zu dem Verdacht, ihr Ehemann hätte sie ermordet. 

Auch Sir Arthur Conan Doyle und Edgar Wallace veröffentlichten ihre Theorien zu diesem rätselhaften Verschwinden. Elf Tage nach ihrem Verschwinden wurde sie in einem Hotel im Norden Englands gefunden.

Was war geschehen? Hatte sie Amnesie? War alles nur ein PR-Gag

Agatha Christie selbst schwieg. Nicht einmal in ihrer Autobiografie erwähnte sie dieses Ereignis. Das Feature ist der Lösung des Rätsels auf den Fersen.

Mit Paul Matic, Andrea Eckert, Florentin Groll u.a. 
Produktion: ORF 2013
Länge: ca. 39'

Mittwoch, 21. September 2016

DIE TOTEN VON SALZBURG - Ein Kommissar, ein Rollstuhl & viel schwarzer Humor (ZDF)

© ZDF und Hubert Mican
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Den Fernsehfilm der Woche DIE TOTEN VON SALZBURG, den das ZDF am Montag (26.09.16) um 20:15 Uhr sendet sollten sich Krimi-Liebhaber mit einem Faible für Schwarzen Humor und "Political Incorrectness" nicht entgehen lassen.

Major Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) tritt seinen Dienst in Salzburg an. Zur selben Zeit wird direkt an der Grenze zu Bayern die Leiche des deutschen Immobilienmaklers Walter Holzer aufgefunden. 

Bis hierhin ist eigentlich alles wie in anderen Krimis auch. Doch schon der erste Auftritt von Palfinger holt den Zuschauer aus der Krimi-Routine: der Major sitzt nach einem Paragliding-Unfall im Rollstuhl.

Nur mit einem Trick ist es ihm geglückt, dem Vorruhestand zu entgehen und nach Salzburg versetzt zu werden, wo sein neuer Chef seinen Augen nicht traut. Kann "so einer" Ermittler bei der Polizei sein? Tatorte aufsuchen? Tätern hinterher jagen?

Doch Palfinger lässt solche Fragen gar nicht erst aufkommen. Er beginnt -nicht ohne Komplikationen- zu ermitteln:

Der Anlagebetrüger hinterlässt so manchen Geschädigten, als Mörder kämen also viele in Frage - auch wenn vorerst offiziell von einem Jagdunfall die Rede ist.

Major Palfinger zur Seite steht eine engagierte Mitarbeiterin, Irene Russmeyer (Fanny Krausz) und sein Bruder Sebastian (Simon Hatzl), ein schlitzohriger Priester in verantwortlicher klerikaler Position. Sein Vorgesetzter Hofrat Seywald (Erwin Steinhauer) versucht dabei hauptsächlich, die politische Lage im Blick zu halten.

Auf der deutschen Seite steht der ungewöhnliche Kommissar im ständigen Wettstreit mit seinem bayerischen Pendant: Hauptkommissar Hubert Mur (Michael Fitz).

Mur ist vor allem daran interessiert, an das verschwundene Geld heranzukommen. 

Der Fall scheint schließlich von Mur gelöst, doch Palfinger stößt auf tragische Verflechtungen und schließlich auf ein sehr unerwartetes Tatmotiv.

Es ist die direkte Art, mit der Palfinger sein Umfeld anspricht oder mit seiner Einschränkung konfrontiert (z.B. im Fitness-Studio), die makaberen Witze, die er selbst darüber macht und nicht zuletzt die Hilflosigkeit seiner Umgebung, die zwischen Höflichkeit und Irritation pendelt.

Langsam schleicht sich die Erkenntnis ein, dass ein Rollstuhl nicht nur ein Handicap, sondern in einigen Situationen auch ein Vorteil sein kann, zumal wenn man dazu neigt, den Rollstuhlfahrer zu unterschätzen oder für nicht ebenbürtig zu halten.

Wenn der Major Palfinger im Affenzahn (bergab) mit Mordsgaudi im Rollstuhl durch Salzburg prescht, möchte man fast für einen Moment mit ihm tauschen. 

Neben den schönen Landschafts-Bildern von Salzburg, macht aber auch das Zusammenspiel und die Dialoge von Teichmtmeister & Fitz Vergnügen. Gerne mehr davon, vielleicht sogar eine Serie!

Während die Dialoge sitzen, bleibt die kriminalistische Handlung leider so seicht wie der langweilige Titel. In diesem Punkt würde man sich für weitere Fälle bessere Drehbücher (und Titel) wünschen. 

Peter Palfinger - Florian Teichtmeister
Hubert Mur - Michael Fitz
Irene Russmeyer - Fanny Krausz
Alfons Seywald - Erwin Steinhauer
Sebastian Palfinger - Simon Hatzl
Nico Brix - Harald Windisch
Dave Harper - Max Müller
Angelika Holzer - Isabel Karajan
Simon Wächter - Nikolaus Barton
Stefan Sandberger - Hary Prinz
Landtagspräsidentin Zirner - Susanne Czepl
und andere

Dienstag, 20. September 2016

DOBERSCHÜTZ UND DAS GLEICHGEWICHT DES SCHRECKENS - Zweiteiliges Krimi-Hörspiel von Tom Peuckert (2015)


DOBERSCHÜTZ UND DAS GLEICHGEWICHT DES SCHRECKENS heißt der erste Teil des zweiteiligen Krimi-Hörspiels auf SWR2 am Freitag (23.09.16) um 22:03 Uhr . Teil 2 wird in der Folgewoche zur gleichen Zeit gesendet. Lief zuletzt im August 2016

Berlin, Hauptstadt der DDR, im Sommer 1982. Frank Doberschütz arbeitet illegal als Privatdetektiv. Professor Diethard Springer, Hirnchirurg in der Charité, wendet sich an ihn. Er behauptet, seine Tochter sei entführt worden.
.
Auf der Suche nach dem Kind entdeckt Doberschütz ein mögliches Motiv für die Entführung: Einer der Patienten von Professor Springer war ein wichtiger Mitarbeiter des Ministeriums für Außenhandel

Dessen unzusammenhängende Äußerungen ergeben einen Sinn, als weitere Spuren zu einer geheimen DDR-Firma namens IMES führen. 

Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, auf das hochgesicherte Firmengelände an der Ostsee zu kommen, gerät Doberschütz massiv unter Druck. Die Stasi konfrontiert ihn mit seiner Vergangenheit: Doberschütz war Grenzpolizist.

Mit Felix Goeser, Götz Schubert, Heike Warmuth, László I. Kish, Otto Mellies
u. a.

Von Tom Peuckert

Produktion: WDR 2015/ 55’
Regie: Thomas Leutzbach
Redaktion: Georg Bühren

Montag, 19. September 2016

KALTBLÜTIG - Truman Capote-Klassiker nach wahrem Verbrechen als 3teiliges Hörspiel (2002)

Truman Capote 1968 Quelle Foto (bearbeitet): Wikimedia
unter Author: Eric Koch Anefo unter CC 3.0
Das 3-teilige Krimi-Hörspiel KALTBLÜTIG nach dem Roman "In Cold Blood" von Truman Capote startet mit Teil 1 auf BR2 Info am Mittwoch (21.09.16) um 20:03 Uhr. Beide folgenden Hörspiel-Teile werden jeweils in den Folgewochen zur gleichen Zeit gesendet. (Lief zuletzt im Juli 2015)

Ein kleiner Ort namens Holcomb in Westkansas/USA. In der Nacht vom 14. zum 15. November 1959 wird die vierköpfige Familie Clutter, die in einem einsam gelegenen Farmhaus wohnt, aus den Betten geholt, gefesselt, und – nachdem die Einbrecher das Haus durchsucht haben – durch Kopfschüsse mit einem Gewehr getötet. 

Die Brutalität der Morde entsetzt die Menschen über die Grenzen der Gemeinde hinweg – man glaubt an einen persönlichen Racheakt. Denn die Beute ist mager ausgefallen: Nur etwa 50 Dollar finden die Täter im Haus der Clutters. Völlig pleite setzen sich die beiden, der 31-jährige Perry Smith und der 28-jährige Richard (Dick) Hickock, nach Mexiko ab. 

Dort leben sie von kleinen Gaunereien, doch schon nach kurzer Zeit geht ihnen das Geld aus. Sie kehren in die Staaten zurück. Perry weiß, dass es Wahnsinn ist, ausgerechnet nach Kansas zu fahren – noch dazu mit einem gestohlenen Wagen. 

Die beiden haben Glück: Sie werden zwar erkannt, können aber rechtzeitig nach Miami entkommen – von da aus fliehen sie weiter Richtung Westen, nach Las Vegas

Am 30. Dezember 1959 werden Perry Smith und Dick Hickock in Las Vegas verhaftet – zunächst nur wegen Scheckbetrugs. Aber in den Verhören belasten sich die beiden jungen Männer gegenseitig und gestehen schließlich auch die Morde. Im März 1960 werden sie zum Tod verurteilt

Erst fünf Jahre später, im April 1965, wird das Urteil vollstreckt. 

Über diesen Zeitraum hinweg wird Truman Capote zum engsten Vertrauten der beiden Häftlinge, die ihm völlig emotionslos Vorgeschichte und Einzelheiten der Tat erzählen. Das macht den Autor zum Kronzeugen eines extrem kaltblütigen Verbrechens. 

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Kurt Heinrich Hansen
Bearbeitung und Regie: Irene Schuck
Komposition: Michael Mitzkus

Mit Gerhard Garbers, Harry Täschner, Uli Philipp, Laura Maire, Nicola Fritzen, Wolfgang Pregler, Jens-Holger Kretschmer, Jens Wawrczeck u. a.

Produktion: BR 2002
Länge: 54 Minuten (Teil 1), 52 Minuten (Teil 2 und 3)

Sonntag, 18. September 2016

BOY IN THE PARK (Hörbuch) - Spannendes Verwirrspiel

Krimi-Tipp von Nicole Ludwig

Dylan Aaronsen lebt in San Francisco ein ruhiges Leben. Als Angestellter eines Naturkostgeschäftes verbringt er seine Mittagspausen regelmäßig im botanischen Garten auf einer Bank an einem Teich. Täglich sieht er einen kleinen Jungen, der ebenfalls immer um dieselbe Zeit erscheint wie Dylan. 

Eines Tages bemerkt er, dass der Kleine sich am Arm verletzt hat und blutet. Auch einen Tag später sind Verletzungen bei dem Kind zu sehen und zu seinem Entsetzen muss Dylan mit ansehen, wie der Knabe entführt wird. 

Da Dylan der Polizei nicht sagen kann, wie der Junge heißt, können keine konkreten Ermittlungen aufgenommen werden. Dylan versucht, auf eigene Faust zu ermitteln und sieht sich plötzlich mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Ein Hörbuch mit vielen Facetten, für das man sich Zeit nehmen muss, um nicht den „Faden zu verlieren“. 

Die Story wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Ein Handlungsteil geschieht im heutigen San Francisco, der andere an diversen Schauplätzen viele Jahre zuvor. 

Es ist viel Gesellschaftskritisches zu hören, das zum Nachdenken anregt, aber auch mit einer Prise Humor versehen ist. 

Später gibt es zur Entspannung ausführliche Landschaftsbeschreibungen und bildhafte Erinnerungen des Protagonisten. 

Die Figur des Dylan ist leider nicht sehr glaubwürdig, einiges passt einfach nicht zusammen. Es ist aber Sprecher David Nathan zu verdanken, dass trotz einiger Längen keine Langeweile aufkommt.

Insgesamt jedoch war die Grundidee der Geschichte gut und hat mir gefallen. Ich würde auf alle Fälle ein nächstes Werk von A.J. Grayson lesen/hören.

Autor: A. J. Grayson
Verlag: Argon Verlag
Auflage: August 2016
Sprecher: David Nathan
Audio CD mit 7 Std. 2 Min.
Preis: 14,99 Euro

Samstag, 17. September 2016

OST-WEST-KRIMI-DOPPELPACK - Die 150.000 Pfundsache (DDR 1982) & Informationen für einen Bankraub (BRD 1983) / Hörspiele


In der neuen Folge "Ost-West im Krimi-Doppelpack" am Montag 19.09.16 um 21:30 Uhr im Dradio Kultur geht es um die Frage, wie man am Besten an das Geld einer Bank gelangt. Ohne Konto.

Informationen für einen Bankraub (BRD)
Jonathan, mittelloser Autor, will den perfekten Bankeinbruch schildern. Er befragt Herrn Preuß, den Leiter seiner Bank, die kurz darauf ausgeraubt wird.

Von Herbert Lichtenfeld
Regie: Manfred Brückner
Mit: Ludwig Thiesen, Charles Wirths u.a.

Produktion: Westdeutscher Rundfunk 1983
Herbert Lichtenfeld (1927-2001), Drehbuchautor, Grimme-Preisträger.

Die 150.000-Pfund-Sache (DDR)
Bankier Pennymaker hat Spielschulden und plant, seine Bank auszurauben. Nur zu dumm, dass er ein Verhältnis mit der Sekretärin und einen renitenten Sohn hat.

Von Klaus Thomas
Regie: Joachim Gürtner
Mit: Wolfgang Dehler, Henry Hübchen u.a.

Produktion: Rundfunk der DDR 1982
Zur Biografie des Autors ist leider nichts bekannt.

Freitag, 16. September 2016

DER KNOCHENMANN - Kinder-Krimi-Lesung


Am Samstag (17.9.2016) um 18:40 Uhr gibt es auf  SWR2 im Rahmen der Sendung "Spielraum – Die Geschichte" wieder eine Kinder-Krimi-LesungDER KNOCHENMANN. (Nicht zu verwechseln mit dem Brenner-Krimi von Wolf Haas!)

Lilly verbringt die Ferien bei Tante Martha auf dem Land. Die schönsten überhaupt. Erst scheint alles so zu sein wie jedes Jahr. Doch langsam schleicht sich bei Lilly der Verdacht ein, das diesmal etwas anders ist als sonst. 

Mysteriöse Dinge passieren: Ein unbekannter Mann durchsucht den alten Schweinestall von Tante Martha. Was hat das zu bedeuten? Lauert hier ein Geheimnis, das nur darauf wartet von Lilly entdeckt zu werden? 

Und der Bürgermeister, warum brüllt er so auf Tante Marthas Hof herum? Steckt er vielleicht mit dem unheimlichen Besucher unter einer Decke? 

Lillys Neugier ist geweckt und sie beginnt zu ermitteln. 

Der Knochenmann
Von Jens-Uwe Bartholomäus 

ARNE DAHL - Neue Staffel mit 3 Thrillern im ZDF

© ZDF/Harald Gunnar Paalgard
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Ab Sonntag, (18.09,16) 22:05 Uhr werden drei neue Folgen mit Thrillern von Arne Dahl im ZDF ausgestrahlt:

Ungeschoren (Sonntag, 18. September 2016, 22:05 Uhr)
Die A-Gruppe wird wieder ins Leben gerufen, diesmal unter Leitung von Kerstin Holm (Malin Arvidsson). Paul Hjelm (Shanti Roney) ist inzwischen als interner Ermittler eingesetzt, um Anzeigen gegen Polizisten nachzugehen.

Eine brutale Mordserie an polnischen Frauen, die sich in Schweden versteckt hielten, muss aufgeklärt werden. Alle Frauen waren Zeugen in einem Verfahren gegen die polnische Mafia. Drei von ihnen wurden innerhalb weniger Tage ermordet aufgefunden, zwei weitere werden vermisst, ihr Schicksal ist ungewiss.

Totenmesse (Sonntag, 25. September 2016, 22.00 Uhr)
In Stockholm wird eine Bank überfallen. Mitten drin: Kerstin Holm. Sie ist unerkannt unter den Kunden und wird zusammen mit anderen als Geisel genommen. 

Mit Hilfe eines SWAT-Teams kann die A-Gruppe die Bank stürmen und ihre Chefin befreien. Doch die Räuber sind nach der Stürmung des Gebäudes spurlos verschwunden. Außerdem scheint auch einer der Räuber unter den Bankkunden gewesen zu sein...

Dunkelziffer (Sonntag, 2. Oktober 2016, 22.00 Uhr)
Eine Mordserie hält Belgien und Schweden gleichermaßen in Atem: Mehrere junge Schwedinnen verschwinden und werden kurz darauf tot am Stadtrand von Brüssel gefunden werden,  eine Motorradgang wird verdächtigt. Ein deutliches Muster für die Vorgehensweise der Taten wird erkennbar, nachdem die junge Lykke während eines Schulausfluges verschwindet. Die Mordserie ruft Kerstin Holm (Malin Arvidsson) und ihre A-Gruppe auf den Plan. 

In der A-Gruppe hat es personelle Veränderungen gegeben. Die Handlung zentriert sich nicht mehr um Paul Hjelm, er hat die A-Gruppe verlassen, um in der Abteilung "Interne Ermittlungen" gegen Polizisten zu ermitteln. Trotzdem kreuzen sich seine Wege immer wieder mit denen seiner ehemaligen Kollegen.

Nicht mehr dabei: Viggo Norlander. Neu dabei: die junge und noch unerfahrene Ida Jankowicz (Natalie Minnevik).

Das Abteilungs-Beziehungs-Karussell dreht sich in dieser Staffel. Holm & Hjelm sind zu Beginn noch fest liiert, kurz darauf jedoch schon nicht mehr, es gibt bereits einen Nachfolger für Hjelm in Kerstins Leben. Jorge & Sara sind inzwischen verheiratet mit Kind. Doch auch hier bahnen sich Probleme an.

Im Übrigen ist alles wie in den Arne Dahl-Staffeln zuvor. Die blutig-brutalen Verbrechen mit komplexen Hintergründen und einer Vielzahl Agierender sind im Wesentlichen wieder spannend konstruiert, was einen über Schwächen in Logik oder Realitätsnähe hinwegsehen lässt. Wobei "Totenmesse" in Sachen Spannung wegen der "gestrickten" politisch-geschichtlichen Story doch etwas schwächelt.

Dafür nimmt "Dunkelziffer" wieder richtig Fahrt auf und endet mit einer überraschend dramatischen Wende für die A-Gruppe, die auf die nächste Staffel mit Arne Dahl-Thrillern hoffen lässt.

Nur am Rande: Mir hat der Vorspann (Musik von Niko Röhlke / Song: "Darkest Star" mit Tiare Helberg) gut gefallen.

Die Sendungen sind vom ZDF als "nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet" gekennzeichnet.

Darsteller
Kerstin Holm - Malin Arvidsson
Ida Jankowicz - Natalie Minnevik
Paul Hjelm - Shanti Roney
Jorge Chavez- Alexander Salzberger
Gunnar Nyberg - Magnus Samuelsson
Sara Svenhagen - Vera Vitali
Arto Söderstedt- Niklas Åkerfelt

Musik- Niko Röhlcke